Amerikanische Technologie-Aktien weisen in den letzten Wochen und Monaten trotz oder vielleicht sogar wegen der Corona-Krise eine überragende Performance aus. Kein anderer Sektor schneidet seit Anfang des Jahres besser ab. Die Avancen der fünf Tech-Titanen Amazon, Apple, Microsoft, Google und Facebook sorgen an der gesamten US-Börse für Auftrieb. Am Montag ist die Aktie des Online-Händlers Amazon erstmals über die Marke von 3000 US-Dollar geschossen und hat damit ein neues Allzeithoch markiert. Seit dem Börsengang 1997 hat sich die Aktie mehr als verzweitausendfacht. Die Rendite betrug umgerechnet 41,4% p.a.

Amazon machte bereits 2018 in den USA so viel Umsatz wie alle anderen Onlinehändler zusammen. Umgerechnet jeder zweite E-Commerce-Dollar floss in die Kassen von Amazon. Dieser Trend dürfte sich in den letzten beiden Jahren, insbesondere seit Februar deutlich verstärkt haben. Amazon erlebt unter anderem derzeit einen gewaltigen Schub im Geschäft mit Lebensmitteln. Statt iPhone-Ladekabel bestellen Kunden verstärkt auch Lebensmittel online. Amazon hat verkündet, dass der Umsatz in diesem Segment im ersten Quartal 60% gestiegen ist.

Corona beflügelt auch andere Unternehmen. Die Lebens- und Arbeitsgewohnheiten verändern sich. Vielleicht für viele dauerhaft. Gewisse Titel profitieren immens davon, dass wir vermehrt zu Hause bleiben. Ein Paradebeispiel ist Microsoft. Wenn der Konzern plötzlich 50 Mio. Office-Lizenzen verkaufen kann, weil wir häufiger Homeoffice machen, wird das Ende Juli im Quartalsabschluss klar ersichtlich sein.

Big Five

Schaut man sich die Big Five Unternehmen im Nasdaq 100 an, so machen diese aktuell zusammen einen Anteil von 37 Prozent des gesamten Indizes aus. Auch im Standard & Poors 500 liegt der Anteil dieser 5 Unternehmen nahezu beim gleichen Anteil. Weiter bemerkenswert ist es, dass Apple, Microsoft, Amazon und Alphabet (Google) allein für sich als einzelne Firma jeweils eine höhere Marktkapitalisierung aufweist, als die größten 30 deutschen Firmen im Dax zusammen.

Dies bedeutet im Klartext, dass Microsoft als Firma mehr wert ist, als alle 30 Dax-Konzerne zusammen.

Marktkapitalisierung Nasdaq 100 – Bildquelle: marketscreener.com

Am 10. Juni 2020 erreichte der Nasdaq 100 erstmals die 10.000 Punkte-Marke. In normaleren Zeiten wäre dies ein Moment, der mit Pauken und Trompeten gefeiert werden müsste, der Höhepunkt eines langen Anstiegs des US-Technologieindex, der seit Jahren auf die steigende Macht einer Branche hinweist. Stattdessen traut man seinen Augen vielfach nicht und schaut gebannt auf die Kursentwicklung in der Zukunft.

Ist das alles nur eine Momentaufnahme oder die Verfestigung eines ungebrochenen Trends einer neuen Realität.  Persönlich glaube ich an eher Zweiteres, doch meine persönliche Meinung wird die restlichen Marktteilnehmer wenig interessieren.

Investoren unserer Modellportfolios freuten sich zumindest in den letzten Wochen über die Tech-lastige Ausrichtung unserer Anlagestrategie. Hier zählen vier der 5 Big Player zu den größten Positionen in den einzelnen Fonds. Zwar ist Microsoft nicht mit 11 % wie im Nasdaq gewichtet, dafür aber mit aktuell 2,94 % im Modellportfolio 60. Sieben unserer ausgewählten zehn Fondsmanager glauben an dieses Unternehmen in der Zukunft, gefolgt von Amazon, Facebook, Reckitt Benckiser und Alphabet.

Größte Einzelpositionen im Modellportfolio 60 – Quelle: Morningstar.de

Wenn Sie also heute 1.000 Euro in ein Modellportfolio 60 anlegen, so beträgt Ihr Anteil 2,94 % oder 29,40 Euro an Microsoft. Alphabet hat einen Anteil von 1,21 % oder 10,21 Euro in der aktuellen Gesamtbetrachtung. Würde morgen beiden Unternehmen das gleiche Schicksal ereilen wie Wirecard, so wären stolze 40,60 Euro Ihrer 1000 Euro vernichtet. Vermutlich hätten wir dann aber ganz andere Probleme auf der Welt.

Bleiben Sie mit uns und unseren Modellportfolios am Ball und vor allem am Puls der aktuellen Zeit.

Ihr Martin Eberhard & Team

Zu unseren Modellportfolios

Rechtlicher Hinweis

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Aufgrund ungünstiger Entwicklungen dieser Faktoren kann das eingesetzte Kapital zuzüglich der entstandenen Kosten vollständig verloren sein. Bei der Investition in Investmentfonds ist das Totalverlustrisiko durch die breite Streuung sehr unwahrscheinlich. Selbst wenn einzelne Wertpapiere einen Totalverlust erleiden sollten, ist ein Gesamtverlust durch die breite Diversifikation unwahrscheinlich.

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Bei Investmentfonds, die auch in auf fremde Währung lautende Wertpapiere investieren bzw. in Fremdwährung geführt werden, muss berücksichtigt werden, dass sich neben der normalen Kursentwicklung auch die Währungsentwicklung negativ im Anteilspreis niederschlagen kann und Länderrisiken auftreten können, auch wenn die Wertpapiere, in die der Investmentfonds investiert, an einer deutschen Börse gehandelt werden. Durch die Aufwertung des Euro (Abwertung der Auslandswährung) verlieren die ausländischen Vermögenspositionen – am Maßstab des Euro betrachtet – an Wert.

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Die Angaben über die bisherige Wertentwicklung stellen keine Prognose für die Zukunft dar. Zukünftige Ergebnisse der Investmentanlage sind insbesondere von den Entwicklungen der Kapitalmärkte abhängig. Die Kurse an der Börse können steigen und fallen. Investmentfonds unterliegen dem Risiko sinkender Anteilspreise, da sich Kursrückgänge der im Fonds enthaltenen Wertpapiere im Anteilspreis widerspiegeln