And now, the End is near?

„Und jetzt, kurz vor dem Ende, bevor der letzte Vorhang fällt“ erklärt Frank Sinatra in seinem Lied „My Way“ seine Prinzipien. Gleiches mache ich heute, nicht weil ich an das Ende der Welt glaube, sondern weil wir uns wieder einmal in einer Phase der Weltgeschichte befinden, an welcher jeder lernt, dass es eben anders kommen kann, als man vermutet. Das gilt für das Leben genauso, wie für die Geldanlage. Leider haben beide Themen zwangsläufig einen gewissen Zusammenhang. Niemand möchte gerne Fehler bei der Geldanlage machen, weder ich als Ihr Anlageberater noch Sie als Anleger noch ein Fondsmanager.

Es gibt kein Patentrezept, aber wir werden gemeinsam besser! Verstehen Sie mit uns gemeinsam, was aktuell passiert und treffen Sie die richtigen Entscheidungen.

Nichts ist & bleibt wie es war? 

Lebten wir über Jahrzehnte hinweg in einem Umfeld politischer Stabilität, zunehmender Demokratisierung, sinkendem Staatseinfluss und sinkenden Zinsen bei überschaubarer Inflation, so scheint es aktuell, als hat sich in den letzten beiden Jahren nahezu alles verändert.

Der weiteren Globalisierung und dem stetigen Wachstum unseres Wohlstandes werden aktuell durch verschiedenste Ereignisse seine Grenzen aufgezeigt. War es gestern noch selbstverständlich  Toilettenpapier, Mehl oder Olivenöl zu kaufen, so kann das morgen bereits zum Problem werden.

Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Chinas Null-Covid-Strategie beeinflusst die weltweiten Lieferketten
  • Der Ukraine-Konflikt scheint nach Woche 10 kein kurzfristiges Ende zu finden
  • Die Notenbank fährt einen harten Kurs bei Geld- und Zinspolitik

Historisch hohe Inflationsraten werden durch steigende Zinsen bekämpft. Zeitgleich verliert der Markt an Liquidität. Es wird weniger Geld gedruckt und der Markt verliert seine wichtigste Droge – das Geld! Konsumenten und Anleger sind gleichermaßen verunsichert. Wir investieren nicht mehr in Aktien oder Aktienfonds – nein, wir kaufen auch keine neuen Turnschuhe. Weil wir nicht wissen, ob wir uns im November noch Heizöl kaufen können oder überhaupt noch leisten können, so sitzt das Geld auch nicht mehr so locker, wie in den letzten Jahren.

Die Liquidität bestimmt den Preis

Eine Aktie ist eine Beteiligung an einem Unternehmen, eine Immobilie dient zum Wohnen und eine Staatsanleihe ist eine Forderung an einen Staat. Der Preis für die einzelnen Anlageformen bestimmt sich immer durch das Angebot und die Nachfrage. Wenn Sie eine Aktie für 100 Euro verkaufen möchten, es dafür aber keinen Käufer gibt, so müssen Sie mit dem Preis eben so weit heruntergehen, bis es einen Käufer gibt. Gleiches gilt für Immobilien oder Staatsanleihen. Wenn es keinen Käufer (keine Liquidität) gibt, so sinken die Preise, unabhängig von Qualität Ihrer Anlageform.

Allein schon der Beginn der Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank sorgte bei Technologieaktien zu einer Korrektur von 30 % von Ihren alten Höchstständen. Was passiert erst, wenn die Notenbank länger oder stärker als erwartet gegen die Inflation ankämpfen wird oder muss?

Richtig, dem Markt wird weitere Liquidität entzogen und es ist mit weiteren, teils heftigen Einbrüchen zu rechnen sein. Der Straffungszyklus der Notenbank kann aufgrund der hohen Inflation nicht schnell abgebrochen werden. Ein Wechsel des geldpolitischen Kurses ist historisch fast immer mit einem Unfall verbunden:

  • Platzen der Technologieblase im Jahr 2000
  • US-Immobilienkrise im Jahr 2008
  • Covid im Jahr 2020

Hat die Notenbank die Welt in 2020 gerettet, so bringt sie diese aktuell nahe an den Abgrund. Ungeachtet der Zero-Covid-Politik Chinas und der verfahrenen Situation in der Ukraine ist und bleibt die weltweite Geld- und Zinspolitik der wichtigste Indikator für die Entwicklung einzelner Anlageklassen.

Rezession voraus

Wir glauben nicht, dass es der US-Notenbank gelingt, die Inflation zu bekämpfen ohne die Weltwirtschaft in eine Rezession zu stürzen. Es ist nicht davon auszugehen, dass eine sanfte Landung und ein schneller wirtschaftlicher Wiederaufstieg zu alten Höchstständen gelingen wird. Dafür sprechen aktuell kaum vernünftige Gründe. Der Druck auf die Märkte sollte anhalten, so lange die Notenbank Ihren harten Kurs beibehält. „Don’t fight the Fed“ ist ein Anlagegrundsatz, der rät, das Portefeuille nach der aktuellen Geldpolitik des US-amerikanischen Federal Reserve Systems auszurichten und nicht gegen sie anzukämpfen.

Wo geht die Reise an den Aktienmärkten hin?

Sollte es zu einer harten Landung der Weltwirtschaft kommen, so sehen wir selbst bei etablierten Märkten (S&P 500) ein weiteres Abwärtspotential von bis zu 20 % von den aktuellen Kursen. Aktuell notiert der S&P 500 bei 3.900 Punkte und damit bald 20 % unter seinem Höchststand. Ein weitere Verlust um nochmals 20 % würde einen Stand von 3.100 Punkten bedeuten. Wir wären dann am Niveau der Märkte vor Ausbruch des Covid-Virus und auf dem Stand von Ende 2019. Für manche Marktteilnehmer aktuell ein realistischeres Szenario als eine schnelle Rückkehr zu alten Höchstständen von 4.800 Punkten.

20 % in beide Richtungen

Nie war es vermutlich schwieriger, einen vernünftigen Ausblick auf die Entwicklung der Märkte und die Weltwirtschaft zu definieren. Zu groß sind die Unwägbarkeiten und Unsicherheiten. Von heutigem Niveau sollten insbesondere bei Aktieninvestments Bewegungen von 20 % in kurzer Zeit einkalkuliert werden. Die Zeit der Einbahnstraße ist aktuell definitiv vorbei.

Löst sich der Ukraine-Konflikt oder Covid-19 in China plötzlich in Luft auf, so scheint der Weg nach oben schnell geebnet. Rückt die Notenbank von Ihrem harten geldpolitischen Kurs ab, so werden die Kurse auf breiter Front schnell zulegen. Beide Szenarien erscheinen kurzfristig unrealistisch. Der Markt wäre jedoch nicht der Markt, wenn er trotz aller widrigen Rahmenbedingungen nicht immer für eine Überraschung gut wäre.

Uns stimmt positiv, dass alle benannten Szenarien nicht nur mir, sondern auch dem „Markt“ bekannt sein sollten. Was davon in den aktuellen „Preisen“ bereits enthalten ist, bleibt wie immer eine große Wundertüte.

Ich für meinen Teil halte mich – unabhängig von dem großen Geschehen auf der Weltbühne – an folgende einfache Regel:

  • Erstellung eines Finanzplans (Zeit, Startkapital, Zielkapital, Zielrendite, Sparrate)
  • immer 25 % meines Geldes in Kasse, falls es mal schlimmer kommt, als ich mir jemals ausmalen konnte
  • 25 % investieren, sofern der Markt bis zu 10 % unter seinem Höchststand notiert
  • 50 % investieren, sofern der Markt bis zu 20 % unter seinem Höchststand notiert
  • 75 % investieren, sofern der Markt bis zu 30 % unter seinem Höchststand notiert

Im zweiten Schritt ist dann noch die Strategie entscheidend: 25, 50, 75 oder 100 % in Aktien oder eben marktneutral.

Machen Sie es nach „Meinem Weg“ oder sprechen Sie mit mir über Ihre Wünsche, Sorgen oder Bedenken!

„My Way“: 

Die letzten beiden Jahren haben uns gezeigt, dass wir wissen, dass wir nichts wissen. Die Welt, die über Jahre und Jahrzehnte in Ordnung schien, wird immer schneller. Wir sollen und müssen Entscheidungen treffen um unser Geld vor Inflation zu schützen und suchen nach Orientierung. Wir vertrauen auf Politiker, Fondsmanager, Finanzberater oder unserem Bauchgefühl und werden immer wieder Enttäuschungen erleben.

Ich bleibe bei meiner festen Überzeugung, dass Aktien, Aktienfonds und ETF´s langfristig die ertragreichste Anlageform sind und das auch bleiben. Mit unseren Anlagestrategien 25, 50, 75 oder 100 Prozent in Aktien zu investieren teilen wir mit unseren Kunden nicht nur Erfolge in guten, sondern auch Misserfolge in schlechten Jahren und die Überzeugung für die Aktie als primäre Form der Geldanlage und des Vermögensaufbaus.

Eine klare Meinung zu einem Thema (pro Aktien) birgt natürlich immer die Gefahr, auch regelmäßig schief zu liegen. Entweder ich entscheide mich für eine feste Quote nach unserem Beispiel oder ich verhalte mich marktneutral und wähle einen Korb aus Anlagemöglichkeiten mit der geringsten Korrelation. Dies bedeutet, Sie investieren Ihr Geld nicht in Form einer festen Aktienquote und verändern diese nach Bedarf, sondern Sie halten sich für den Rest Ihres Lebens an eine feste Aufteilung Ihres Geldvermögens nach dem Prinzip der maximalen Streuung mit allen relevanten Anlageklassen.

Zu guter Letzt sollten Sie wissen, dass keine Geldanlage „sicher“ ist. Bargeld unterliegt der Inflation, Bankguthaben der begrenzten Einlagensicherung Ihrer Bank, Staatsanleihen der Zahlungsfähigkeit eines Staates und Aktien der Entwicklung des jeweiligen Unternehmens und dem Gusto von Käufer und Verkäufer.

Mit Investmentfonds & ETFs beteiligen Sie sich bereits ab 100 Euro an verschiedenen Ländern, Unternehmen, Währungen und Anlageformen. Ob Sie künftig eine klare Meinung mit uns zu einzelnen Anlageklassen teilen oder eben „marktneutral“ investieren möchten, spielt dabei langfristig eher eine untergeordnete Rolle.

Wichtig ist bei Ihrer persönlichen Anlageentscheidung viel mehr, was Sie sich von Ihrer Geldanlage erhoffen und welche Rendite Sie bei welcher Risikobereitschaft realistisch erzielen möchten oder können. Sprechen Sie mit uns darüber!

Erfahren Sie mehr dazu in unserem nächsten Monatsupdate am Mittwoch, den 01. Juni 2022 oder kontaktieren Sie uns vorher für Ihre persönlichen Fragen.

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2022-06-02T10:08:25+02:0019.05.22|Kategorien: fondsfueralle|0 Kommentare
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