Börsen im Ausnahmezustand

Rückwirkend wird man die Corona-Krise wohl als “Mutter aller Crashs” bezeichnen. Vergleicht man die Wucht und die Geschwindigkeit der Verluste an den Weltbörsen, so ist dieses Szenario mit nichts vorherigem vergleichbar. Alle etablierten Märkte rauschten innerhalb weniger Tage rasant nach unten und so wurden bis zum 13.03.2020 allein eine Marktkapitalisierung der Aktienwerte von rund 18 Billionen US-Dollar seit den Hochs Mitte Februar vernichtet. Dies entspricht der US-Wirtschaftsleistung eines knappen Jahres oder mehr als dem Vierfachen des deutschen Bruttoinlandsproduktes.

Wie verliefen bisherige Crashs?

Sehen wir uns heute nochmals eine Analyse des US-Vermögensverwalters First Trust an. Sie untersucht die Auf- und Abschwungphasen an der Wall Street seit 1926. Konzentrieren wir uns heute nur auf die Bärenmärkte – also die Abschwungphasen:

  • Ein vollständiger Bärenmarkt dauerte im Mittel 1,5 Jahre und brachte ein durchschnittliches Minus von 41 Prozent.
  • Der längste Bärenmarkt dauerte 2,8 Jahre und brachte ein Minus von 83 Prozent.

An der Börse gibt es zwei Risiken!

An den Aktienmärkten gibt es zwei Risiken – dabei zu sein, wenn es fällt und nicht dabei zu sein, wenn es wieder steigt. Aus der oben beschriebenen Statistik leiten wir ab, dass Abwärtsphasen immer wieder und das meist heftig und sehr dramatisch auftreten. Historisch betrachtet waren die dunkelsten Tage an der Börse die besten Kaufgelegenheiten, wenn da nicht die Angst und in unserem Falle die “German Angst” wäre.

Mathematik hilft

Betrachtet man die aktuelle, historisch einmalige Entwicklung mit oben genannter Statistik und legt diesen Szenarien ein klare Handlungsstrategie zugrunde, so kann Ihnen dies in Ihren Entscheidungen vermutlich helfen. Der S&P 500 hat im Hoch einen Kurs von 3.397,50 Punkte erreicht. Tagesaktuell stehen wir bei 2.448 Punkte und damit 949,50 Punkte oder 27,94 % Prozent tiefer als zum Höchststand.

Lassen Sie uns in der Folge des Beitrags überlegen, welche Szenarien nun eintreten können und was Sie dann unternehmen könnten? Behalten wir dabei als Indikator den S&P 500 im Fokus, da dieser Index ein Abbild der 500 größten US-Konzerne liefert und Signalwirkung auf alle anderen Kapitalmärkte weltweit hat.

Schauen wir uns hierzu ein Beispiel am iShares Core S&P 500 UCITS ETF (WKN: A0YEDG, ISIN: IE00B5BMR087, Typ: ETF) an. In meiner Berechnung verwenden wir hier die Währung USD, da der ETF in USD notiert und in Euro die Kurse logischerweise dann noch etwas abweichend sind, der Effekt bleibt aber der gleiche.

Ein Anteil dieses ETF´s kostete am höchsten Punkt 337,3034 USD. Dies bedeutet, dass ein Investor am 19.02. mit 10.000 USD exakt 29,65 Anteile erhalten hatte. Der S&P 500 hatte an diesem Tag übrigens einen Stand von 3397,50 Punkten, so dass der ETF, wie in der Produktbeschreibung auch zu entnehmen ist, den Index nahezu 1:1 abbildet.

Am bis dato schlechtesten Tag, dem 16.03. notierte der gleiche ETF bei nur noch 238,0446 USD.

Dies bedeutet einen Verfall um 29 Prozent. 

Würde der gleiche Investor heute seine 10.000 USD anlegen, so bekommt er somit 42 Anteile. Vergleicht man nun die Anzahl der Anteile zwischen Hoch (29,65) und aktuellem Tief (42), so kauft der Kunde heute 12,35 Anteile mehr ein, als noch am 19.02.2020.

In Prozent sind das 41,65 Prozent mehr Anteile!

Wichtig ist es nun zu verstehen, dass sich der Wert des Depotbestandes am Ende aus genau zwei Faktoren zusammensetzt:

Anzahl der Anteile x Tagespreis der Anteile

Nun geht es also darum, möglichst viele Anteile zu besitzen und diese ab dem Zeitpunkt ggfs. wieder zu verkaufen, wenn der Tagespreis höher ist, als im durchschnittlichen Einkauf.

Kaufen in der Abwärtsphase mit 6 x 16 Prozent Ihres Kapitals 

Unter der Annahme, dass der S&P 500 nun in den kommenden Wochen 80 % seines Wertes verlieren würde, gilt folgende mathematische Betrachtung:

Verlust im S&P 500 Investierte Summe Anteilspreis Anteile S&P Stand
0 % am 19.02.2020 337,30 USD 3373 Punkte
29 % am 16.03.2020 1.666 USD 238,04 USD 6,99 Anteile 2380 Punkte
40 % am ? 1.666 USD 202,38 USD 8,23 Anteile 2023 Punkte
50 % am ? 1.666 USD 168,75 USD 9,87 Anteile 1687 Punkte
60 % am ? 1.666 USD 134,92 USD 12,34 Anteile 1349 Punkte
70 % am ? 1.666 USD 101,19 USD 16,46 Anteile 1011 Punkte
80 % am ? 1.666 USD 67,46 USD 24,69 Anteile 674 Punkte
Gesamt 10.000 USD  67,46 USD  78,58 Anteile 5.301,00 USD

Ob wir jemals 80 % Verlust im S&P 500 sehen, ob die Strategie 6 x 1.666 USD odder 3 x 3.333 USD oder die Strategie 12 x 833 USD die Beste ist, können wir an dieser Stelle nicht beurteilen. Wir vermuten jedoch, dass wir aktuell gut 30 % unter den Höchstständen notieren und dieser Crash abermals eine historisch selten dagewesene Chance bietet, wenn man all seinen Mut zusammen nimmt.

Entwicklung des Depots bei Gegenbewegung 

Unter der Annahme, dass der S&P 500 nach Überstehen der Rezession sich wieder nach oben bewegt, gilt folgende mathematische Annahme:

Depotstand Anteilspreis Anteile S&P Stand
0 % am ? 26.505 USD 337,30 USD 78,58 Anteile 3373 Punkte
29 % am ? 18.705 USD 238,04 USD 78,58 Anteile 2380 Punkte
40 % am ? 15.903 USD 202,38 USD 78,58 Anteile 2023 Punkte
50 % am ? 13.091 USD 168,75 USD 78,58 Anteile 1687 Punkte
60 % am ? 10.602 USD 134,92 USD 78,58 Anteile 1349 Punkte
70 % am ? 7.951 USD 101,19 USD 78,58 Anteile 1011 Punkte
80 % am ? 5.301 USD 67,46 USD 78,58 Anteile 674 Punkte

Was sind die nächsten Schritte

Wir gehen davon aus, dass es in den nächsten Wochen extrem volatil sein wird. Die Schwankungen der letzten Tage werden vielleicht sogar noch höheres Ausmaß annehmen, als wir bisher gesehen haben. Dies hängt nun ganz entscheidend von guten und schlechten Nachrichten im Zuge der Corona-Krise zusammen.

Da die Nachrichten täglich kommen, werden auch täglich neue ganz unterschiedliche Szenarien eintreten. Deswegen sollten Sie mit uns vorbereitet sein und im Vorfeld schon Ihre Strategie mit uns besprechen.

Sie haben Fragen?

Sollten Sie Fragen haben, so rufen Sie uns jederzeit in unserem Office an unter 0821 45040540 oder melden Sie sich mobil bei mir unter 0179 3923793.

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