Welche Themen waren diese Woche am Finanzmarkt relevant?

  • Tam Tam um Tik Tok
  • Remmi Demmi um den Euro
  • Ramba Zamba um die Lufthansa

 

Tam Tam um Tik Tok

Tik Tok ist das seit 2018 schnellst wachsende soziale Netzwerk und wurde bis heute mehr als 2 Milliarden Mal heruntergeladen. Auf der Plattform müssen Sie niemandem folgen, wenn Sie sich anmelden, sondern werden konstant mit neuen Inhalten versorgt. Die Nutzer sind überwiegend jung, die ab 2000 Geborenen sind die wesentliche Zielgruppe. Tik Tok produziert die höchsten Reaktions- und Interaktionsraten für seine Nutzer, und das macht die Plattform für Werbetreibende so wertvoll. Wertvoll für den chinesischen Betreiber Bytedance sind aber die Daten seiner Nutzer, denn kaum ein anderes soziales Netzwerk greift so viel Informationen ab, wie Tik Tok. Ach ja, was läuft eigentlich auf Tik Tok? Überwiegend lustige, selbstproduzierte kleine Musikfilmchen. Putzig, oder? Der amerikanische Präsident allerdings stört sich am Datenstaubsauger aus China gewaltig: Die Video-App bedroht die nationale Sicherheit! Und die dürfen nur die Amerikaner selbst bedrohen, weshalb Trump eine Frist von 45 Tagen gesetzt hat, um den Verkauf an Microsoft zu erzwingen, sonst droht das Verbot. Im ganzen Tam Tam um Tik Tok ging unter, dass Instagram mit einem eigenen Produkt namens Reels den Rivalen Tik Tok angreift. Tickt da schon der Klon?

Remmi Demmi um den Euro

Seit die Europäische Union beschlossen hat, dass man eigene Schulden und Steuern einführen darf, ist Remmi Demmi am Devisenmarkt. Der Euro findet zu alter Stärke und steigt gegenüber dem Dollar kräftig an, in dieser Woche auf über 1,19 Dollar für einen Euro. Zur Erinnerung: Im März lagen wir noch bei 1,06 Dollar. Ein starkes Signal, dass ein Zerbrechen der EU und des Euros deutlich an Wahrscheinlichkeit verloren hat. Einige Auguren sehen bereits jetzt schon wieder den Euro als neue Weltreservewährung. Warten wir es ab. Eines jedoch ist aber Fakt: Ein stärkerer Euro verteuert Exporte. Damit könnte ausgerechnet diese Entwicklung zu einer Belastung für die europäische Wirtschaft werden. Nach dem fulminanten Anstieg, sehe ich zumindest kurzfristig Korrekturbedarf. Mein Fahrplan: Bei 1,20 ist erstmal Schluss und eine Korrektur auf 1,15 bis 1,13 halte ich für wahrscheinlich. Ich glaube, der Euro wird über die 1,20 hinaus nicht so schnell abheben. Damit hat er etwas mit der Lufthansa gemeinsam:

Ramba Zamba um die Lufthansa

Bei der Lufthansa heben derzeit auch weniger Passagiere ab. Um genau zu sein: 96% weniger Auslastung hat die Lufthansa gemeinsam mit einem Rekordverlust diese Woche gemeldet. Wenn man den Quartalsverlust einmal umrechnet, dann kommt man auf 450.000 Euro Minus pro Stunde, und die Zeit tickt weiter. Verständlich, dass auf den Vorstands-Etagen, bei den Mitarbeitern, den Gewerkschaften und dem neuen Miteigentümer Staat gerade Ramba Zamba angesagt ist. Lufthansa kündigte an, 22.000 Vollzeitstellen zu streichen. Die verheerende Geschäftsentwicklung zwingt die Airline trotz massiver Staatshilfen dazu, ein massives Restrukturierungsprogramm namens ReNew umzusetzen, welches weitere drastische Maßnahmen vorsieht. Da kommt noch mehr, deshalb erneuere ich meine Aussage: Lufthansa-Aktien bleiben weiter uninteressant. So, jetzt aber Rucki Zucki ins Wochenende.

Ihr Volker Schilling

Für Sie gelesen bei Greiff Capital Management AG

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