Sehr geehrte Damen und Herren,

Oh la la, mehr kann man angesichts der aktuellen Stände an den Märkten kaum sagen.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird am 20. Januar 2021 Joe Biden als Nachfolger von Donald Trump ins Weiße Haus einziehen. Fast zeitgleich mit der Verkündung des Wahlerfolges von Joe Biden berichtete die Firma Biontech und ihr US-Partner Pfizer über den vermeintlichen Durchbruch bei der Suche nach einem COVID-19-Impfstoff.

Nach Biontech hat gestern auch der US-Konzern Moderna Erfolge bei einem möglichen Corona-Impfstoff gemeldet. Der S&P 500 stand zum Börsenschluss nahe seinem Rekord von über 3.600 Punkten.

Kurzfristig genügend Pulver für eine Kursexplosion an den Börsen, bei genauer Betrachtung jedoch keine Neuigkeiten für die Kapitalmärkte. Irgendwann musste ja ein Impfstoff kommen und auch Joe Biden war an den Märkten ein wahrscheinlicher Kandidat für den 46. Präsidenten der USA.

Besorgniserregende Corona-Neuinfektionen, ein erneuter Teil-Lockdown der Wirtschaft oder auch die Seitwärtsbewegung der Technologieaktien als Treiber alter Börsenhöchststände traten in den letzten Tagen in den Hintergrund und fanden kaum Beachtung.

Optimismus überwiegt nun deutlich

Die Experten zahlreicher Fondsgesellschaften und Großbanken zeichnen ein optimistisches Bild. “Die globale Erholung sei nachhaltig, synchron und durch politische Maßnahmen unterstützt und folgt weitgehend dem ‘normalen’ Fahrplan nach einer Rezession”, schrieben die Experten der US-Großbank Morgan Stanley mit einem neuen Kursziel von 3.900 Punkten beim S&P 500 bis Ende 2021. Noch positiver sind die Prognosen von Goldman Sachs. Hier liegt die Zielmarke bei 4.300 Punkte beim S&P 500 bis Ende 2021 und bei 4.600 Punkte bis Ende 2022.

Tech-Rally ins Stocken geraten

Notierte der Technologie-Index Nasdaq 100 vor vier Wochen schon bei rund 12.000 Punkten, so sehen wir heute die gleichen Kurse. Amazon, Apple, Facebook oder Alphabet zählten nicht mehr zu den Treibern der jüngsten Kursrally. Die Tech-Konzerne fürchten eine stärkere Regulierung und eine Eindämmung ihrer Marktmacht unter Joe Biden. Gleichzeitig ist es möglich, dass die Unternehmenssteuern in den USA nach Trump steigen könnten. Auf der anderen Seite könnte eine Entspannung des US-Handelskrieges unter dem neuen US-Präsidenten zu einem erneuten Kursschub bei den Tech-Aktien führen. Erfolgsverwöhnte Anleger mussten jedoch in den letzten Wochen lernen, dass die Luft hier dünner wird und empfindliche Korrekturen zuletzt häufiger an der Tagesordnung waren.

Kommt die nächste Straßenbahn überhaupt noch? 

Welcher Anleger kennt das nicht? Beim Blick auf die Börsencharts seit März diesen Jahres denkt man: „Wäre ich doch bloß damals eingestiegen…oder nie ausgestiegen“.

Und wenn der Kurs dann auch noch weiter steigt und steigt und steigt, dann juckt es viele, doch noch oder wieder auf den sprichwörtlich fahrenden Zug aufzuspringen.

Doch das kann schief gehen, wie nicht nur André Kostolany wusste. Der legendäre Börsenaltmeister sagte einst: „Einer Straßenbahn und einer Aktie darf man nie nachlaufen. Nur Geduld: Die nächste kommt mit Sicherheit.“

Belohnt wurden bis dato all diejenigen, die im März diesen Jahres keine kalten Füße bekommen haben und investiert geblieben sind. Auch war es bzw. ist es selten ein Fehler gewesen, aufgelaufene Kursgewinne zu realisieren und mit einem Teil der Liquidität an der “Haltestelle” auf die nächste Straßenbahn zu warten.

Gier und Angst sind auf jeden Fall schlechte Ratgeber. Was hilft, sind klare Spielregeln und sich seiner eigenen Strategie, seiner Risikoneigung und seinem Vermögensplan treu zu bleiben.

Salamitaktik statt All-In

Sicher hätte den Märkten eine Korrektur gut getan. Doch die Börse und das Leben sind anscheinend kein Wunschkonzert. Manchmal kommt es dann doch anders als man denkt – an der Börse aktuell im positiven Sinne, bei all den negativen Schlagzeilen, die uns sonst begleiten jedenfalls ein Lichtblick.

Unser Einstiegsszenario von 3.000 Punkten beim S&P 500 ist für den Moment wohl in weite Ferne gerückt.

Auch wenn vieles dafür spricht, dass die Aktien kurzfristig weiter steigen, so bleibt doch ein mulmiges Gefühl. Der Blick auf die Realwirtschaft, leere Einkaufspassagen und Innenstädte oder das Gespräch mit dem Nachbarn, der sich seit 6 Monaten in Kurzarbeit befindet dämpft unsere und vielleicht auch Ihre Euphorie.

Wir bleiben aktuell bei unserer ursprünglichen Szenario bis zu 25 % des Gesamtvermögens liquide zu halten und vielleicht doch noch die nächste Straßenbahn zu erwischen. Sollte diese an uns untätig vorbei rauschen, so nehmen wir wenigstens mit 75 % unseres Vermögens an weiter steigenden Kursen teil.

Plan B wäre es, die vorhandene Liquidität über die nächsten 12 bis 24 Monate verteilt in den Markt zu investieren, anstatt nur zuzusehen.

Nicht investiert zu sein ist für uns keine Option, nicht heute und nahezu in keiner Marktphase. Es bleibt jedenfalls sehr spannend und wir bleiben mit Ihnen am Ball.

Melden Sie sich gerne persönlich bei uns, empfehlen Sie uns weiter und nehmen Sie gerne an unserem Webtalk am 01. Dezember 2020 um 19.00 Uhr mit dem Kapitalmarktstrategen Phillip Vorndran teil.

Wir freuen uns auf Sie!

Ihr Martin Eberhard & das fondsfueralle-Team

Termin, Call & Webemeeting anfragen
Unsere Modellportfolios im Fondsshop

Rechtlicher Hinweis

Keine Anlage ist ohne Risiko. Der Wert eines Investments kann während der Laufzeit einer Vielzahl von Marktrisiken, wie dem Zinsrisiko, dem Kursrisiko, dem Schwankungsrisiko, dem Währungsrisiko, dem Bonitätsrisiko anderer Marktteilnehmer usw. unterliegen.

Aufgrund ungünstiger Entwicklungen dieser Faktoren kann das eingesetzte Kapital zuzüglich der entstandenen Kosten vollständig verloren sein. Bei der Investition in Investmentfonds ist das Totalverlustrisiko durch die breite Streuung sehr unwahrscheinlich. Selbst wenn einzelne Wertpapiere einen Totalverlust erleiden sollten, ist ein Gesamtverlust durch die breite Diversifikation unwahrscheinlich.

Ein Investmentfonds ist ein Sondervermögen, das nach dem Grundsatz der Risikostreuung in verschiedenen Einzelanlagen (z.B.in Aktien, Anleihen, wertpapierähnlichen Anlagen oder Immobilien) investiert ist. Ein Depotinhaber kann mit dem Kauf von Investmentanteilen an der Wertentwicklung sowie den Erträgen des Fondsvermögens teilhaben und trägt anteilig das volle Risiko der durch den Anteilschein repräsentierten Anlagen.

Bei Investmentfonds, die auch in auf fremde Währung lautende Wertpapiere investieren bzw. in Fremdwährung geführt werden, muss berücksichtigt werden, dass sich neben der normalen Kursentwicklung auch die Währungsentwicklung negativ im Anteilspreis niederschlagen kann und Länderrisiken auftreten können, auch wenn die Wertpapiere, in die der Investmentfonds investiert, an einer deutschen Börse gehandelt werden. Durch die Aufwertung des Euro (Abwertung der Auslandswährung) verlieren die ausländischen Vermögenspositionen – am Maßstab des Euro betrachtet – an Wert.

Zum Kursrisiko ausländischer Wertpapiere kommt damit das Währungsrisiko hinzu. Die Währungsentwicklung kann einen Gewinn aufzehren und die erzielte Rendite so stark beeinträchtigen, dass eine Anlage in Euro oder in Vermögenspositionen der Eurozone unter Umständen vorteilhafter gewesen wäre.

Die Angaben über die bisherige Wertentwicklung stellen keine Prognose für die Zukunft dar. Zukünftige Ergebnisse der Investmentanlage sind insbesondere von den Entwicklungen der Kapitalmärkte abhängig. Die Kurse an der Börse können steigen und fallen. Investmentfonds unterliegen dem Risiko sinkender Anteilspreise, da sich Kursrückgänge der im Fonds enthaltenen Wertpapiere im Anteilspreis widerspiegeln