Die Weltbörsen und damit vermutlich auch Ihr Depot befanden sich noch vor wenigen Wochen auf Höchstständen. Verzeichneten wir zum Beispiel im S&P 500 (Aktienindex auf die 500 größten US-Unternehmen) am 19.02.2020 einen Stand von fast 3.400 Punkten, so hatten wir in den letzten Wochen im Zuge der Corona-Krise massive Bewegungen. In Anbetracht der täglich veränderten Nachrichtenlage gilt es mehr denn je kühlen Kopf zu bewahren, die Situation zu bewerten und daraus resultierend Entscheidungen zu treffen.

Bei vergleichbaren Pandemien in der Vergangenheit haben sich die Börsen stets dann wieder erholt, wenn die Zahl der Ansteckungen und der Nachrichten darüber den Höhepunkt erreicht hatten.

Die aktuell größte Gefahr liegt somit darin, dass die Verbreitung und die damit verbundenen Einschränkungen monatelang anhalten. Die Folgeschäden für die Weltwirschaft sind nun ein Wettlauf gegen die Zeit in Verbindung mit Infektionszahlen, politischen Maßnahmen zum Stillstand der weltweiten Wirtschaft und der möglichen Entwicklung eines Impfstoffes. Hinzu kommen dafür aufgespannte Schutzschirme der Notenbanken und einzelnen Länder zum “Abfangen” dieses temporären Ausnahmezustandes. 

In den Medien wird das Virus sicherlich noch lange Zeit präsent sein. An den Kapitalmärkten dagegen wird die Zukunft gehandelt. Viele Experten rechnen mit dem Einsetzen einer „Erleichterungswelle“ sobald der Höhepunkt überschritten ist.

Auf dieser Seite möchten wir Sie als unseren Bestandskunden nicht nur über die aktuellen Entwicklungen informieren, sondern auch konkrete Handlungsoptionen erläutern.

Wie haben sich die Modellportfolios seit dem 19.02.020 (Höchststände) entwickelt?

Wie Sie wissen, denken und handeln wir in Modellportfolios. Sie finden hierzu auf unserer Webseite die Möglichkeit in 4 Portfolios zu investieren, welche eine Aktienquote von 40,60, 80 und 100 (Neu) Prozent abbilden. Im Vergleich zu einem Investment ausschließlich in Aktien (z. B. in den Index S&P 500) ist es unser Bestreben in Verlustphasen möglichst wenig zu verlieren und in steigenden Marktphasen entsprechend der Aktienquote an den Erträgen internationaler Kapitalmärkte zu partizipieren. Die folgende Tabelle verschafft Ihnen insbesondere darüber einen Überblick, wie sich die Corona-Krise in bestehenden Modellportfolios ausgewirkt hat. Diese Tabelle wird täglich aktualisiert.

Datum S&P 500 Depot 100 Depot 80 Depot 60 Depot 40
23.03.2020 (Tief) -33,82 % -27,72 % -24,41 % -21,11 % -17,10 %
24.03.2020 -28,01 % -24,76 % -22,81 % -18,92 % -15,69 %
25.03.2020 -27,07 % -22,11 % -20,31 % -16,88 % -14,79 %
26.03.2020 -23,61 % -21,01 % -19,40 % -16,00 % -14,63 %
27.03.2020 -26,16 % -20,54 % -19,30 % -16,03 % -13,96 %
30.03.2020 -24,07 % -20,11 % -17,07 % -13,55 % -13,49 %
31.03.2020 -24,76 % -19,27 % -16,13 % -12,99 % -13,19 %
01.04.2020 -27,95 % -20,72 % -16,91 % -13,63 % -13,96 %
02.04.2020 -26,10 % -20,95 % -17,39 % -13,91 % -13,74 %
03.04.2020 -26,40 % -20,26 % -17,03 % -13,60 % -13,65 %
06.04.2020 -21,27 % -17,87 % -15,81 % -12,60 % -12,36 %
07.04.2020 -22,08 % -16,24 % -13,99 % -11,25 % -11,85 %
08.04.2020 -19,32% -16,50 % -14,28 % -11,68 % -11,79 %
09.04.2020 -18,12 % -14,90 % -12,94 % -10,59 % -10,82 %
14.04.2020 -17,20 % -13,94 % -11,77 % -9,47 % -9,94 %
15.04.2020 -18,58 % -13,96 % -11,67 % -9,17 % -9,81 %
16.04.2020 -16,00 % -11,33 % -9,70 % -7,43 % -8,65 %
17.04.2020 -13,53 % -9,97 % -8,76 % -6,69 % -8,03 %
20.04.2020 -17,09 % -12,24 % -10,35 % -8,00 % -9,14 %
21.04.2020 -19,46 % -13,29 % -10,92 % -8,47 % -9,97 %
22.04.2020 -17,84% -13,54% -11,48 % -8,84 % -9,85 %
23.04.2020 -17,16 % -12,53 % -10,47 % -8,21 % -9,47 %
24.04.2020 -16,23 % -12,42 % -10,43 % -8,07 % -9,05 %
27.04.2020 -15,40 % -11,67 % -9,77 % -7,57 % -8,57 %
28.04.2020 -16,04 % -11,52 % -9,51 % -7,42 % -8,49 %
29.04.2020 – 13,53 % -10,64 % -8,96 % – 7,08 % -7,86 %
30.04.2020 -14,59 % -10,47 % -8,38 % -6,64 % -7,81 %
04.05.2020 -17,14 % -13,02 % -10,33 % 8,07 % -8,82 %
05.05.2020 -15,62 % -11,47 % -9,22 % -7,23 % -8,36 %
06.05.2020 -15,93 % -11,18 % -8,85 % -6,82 % -8,23 %
07.05.2020 -14,78 % -10,30 % -8,13 % -6,34 % -8,09 %
08.05.2020 -13,82 % -9,94 % -7,58 % -5,94 % -7,71 %
11.05.2020 -13,65 % -9,45 % -7,36 % -5,79 % -7,55 %
12.05.2020 -15,69 % -9,56 % -7,37 % -5,78 % -7,97 %
13.05.2020 -17,27 % -10,31 % -7,87 % -6,19 % -8,36 %
14.05.2020 -15,70 % -11,41 % -8,86 % -6,74 % -8,48 %
15.05.2020 -15,41 % -10,63 % -8,21 % -6,19 % -8,29 %
22.05.2020 -14,31 % -9,41 % -6,16 % -4,75 % -7,31 %
29.05.2020 -12,81 % -8,15 % -5,13 % -4,05 % -6,80 %
05.06.2020          

Börse im Ausnahmezustand

Die Börse hasst Unsicherheit und genau diese haben wir aktuell! Vergleicht man die Geschwindigkeit der Verluste im S&P 500, so gab es einen Einbruch in diesem Umfang noch nie in dieser Geschwindigkeit. Die Nachrichtenlage ist unüberschaubar. Fallzahlen von Infizierten, Rezessionsängste, das Handeln der Politik und der Notenbanken beeinflussen die Märkte im Stundentakt. Kurzfristige Reaktionen der Märkte liefern jedoch kein klares Bild über die langfristigen Auswirkungen des aktuellen Szenarios. Deshalb gilt es, die Märkte zu beobachten und daraus Handlungsoptionen abzuleiten.

In folgender  Grafik schreiben wir die Entwicklung  des Aktienindex S&P 500 (Standard & Poor’s 500) fort. Seinen bisherigen Höchststand erreichte der Index am 19.02.2020 mit einem Stand von 3.397,50 Punkten. Das zwischenzeitliche Tief erreichten wir am 23.03.2020 bei 2.237,40 Punkten. In Kombination mit dem Vergleich zu unseren Modellportfolios erhalten Sie somit Orientierung über die täglichen Bewegungen an den Märkten.

Betrachtet man die letzten größeren Einbrüche an den Märkten, so ist die aktuelle Entwicklung in seiner Geschwindigkeit allem bisher dagewesen voraus. Innerhalb weniger Börsentage wurden fast 30 Billionen US-Dollar an Marktkapitalisierung vernichtet. Bisherige Krisen wie die Finanzkrise 2008 gingen mit einem deutlichen langsameren Verfall der Kurse einher. Durch ein “plötzliches Ereignis” (=schwarzer Schwan) wurden die Märkte nun nachhaltig geschockt und reagierten so schnell nach unten wie noch nie.

In der langfristigen Betrachtung gab es immer wieder massive Einbrüche an den Märkten.

  • Ein vollständiger Bärenmarkt dauerte im Mittel 1,5 Jahre und brachte ein durchschnittliches Minus von 41 Prozent.
  • Der längste Bärenmarkt dauerte 2,8 Jahre und brachte ein Minus von 83 Prozent.

Am 24. Oktober 1929 begann mit dem „Schwarzen Donnerstag“ die bis dato schwerste Wirtschaftskrise in den USA. Sie dominierte die 1930er Jahre und war Teil bzw. Ursprung der Weltwirtschaftskrise. Es kam zu einer weltweiten Rezession. Die Weltwirtschaft erreichte erst während des Zweiten Weltkriegs in Indikatoren wie Industrieproduktion, Aktienpreisen und dem weltweiten Bruttosozialprodukt wieder den Stand von 1929. Die Aktienkurse verloren in dieser Zeit und in der Spitze über 80 Prozent Ihres Wertes. Am aktuellen Stand des S&P 500 haben wir dieses Szenario für Sie abgetragen.

Datum S&P 500 Prozent
19.02.2020 (Hoch) 3.400 Punkte
27.03.2020 2.500 Punkte – 26 %
??.??.???? 2.200 Punkte – 35 %
??.??.???? 2.000 Punkte – 41 %
??.??.???? 1.700 Punkte – 50 %
??.??.???? 1.360 Punkte – 60 %
??.??.???? 1.020 Punkte – 70 %
??.??.???? 680 Punkte – 80 %

Wir persönliche gehen nicht von einem 80 prozentigen Einbruch aus. In den folgenden Erläuterungen gehen wir deshalb auf unterschiedliche Szenarien ein und versuchen Ihnen Orientierung für kluge Entscheidungen zu liefern.

Der amerikanische Aktienmarkt verlor in dieser Zeit lediglich 14,3 % seines Wertes.

1918 wütete die Spanische Grippe. Die Pandemie kostete etwa 50 bis 100 Millionen Menschen das Leben. Mehr als der erste (17 Millionen Tote) und der zweite Weltkrieg (60 Millionen) zusammen. Eine halbe Milliarde Menschen, also ein Drittel der damaligen Weltbevölkerung, soll sich angesteckt haben.  Die Pressezensur in den kriegführenden Staaten sorgt jedoch dafür, dass keine beunruhigenden Nachrichten an die Öffentlichkeit dringen. In mehreren Wellen zog das Virus über die Welt. Kaum ein Land blieb verschont, die moderne Medizin stand gerade erst am Anfang. Wirklich helfen konnten Ärzte zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Erst im Laufe des Jahres 1920 ebbte das Virus wieder ab.

Fazit:

In der Folge kam es zu einem beispiellosen wirtschaftlichen Aufschwung. Nach Krieg und Grippe hatten die Menschen einen großen Nachholbedarf. Als die goldenen 20er Jahre ging das folgende Jahrzehnt in die Geschichte ein.

Der amerikanische Aktienmarkt verlor um bis zu 89 % seines Wertes. 

Wer an dieser Stelle schluckt, ist nicht allein. Doch was könnte uns im allerschlimmsten Falle passieren?

Angenommen wird, dass die Weltwirtschaft über drei bis fünf Jahre schrumpft, teils mit zweistelligen Raten. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP), mit einer Exportquote von 50 Prozent stark vom Welthandel abhängig, fällt  um insgesamt 15 Prozent. Die Realwirtschaft hat schwerste Finanzierungsprobleme (Kreditklemme) und setzt so eine Negativspirale in Gang: Unternehmenspleiten steigen drastisch und ziehen Massenarbeitslosigkeit nach sich. Der Konsum bricht ein, weitere Pleiten folgen. In Deutschland steigt die Arbeitslosenzahl binnen fünf Jahren auf rund acht Millionen.

Die Bundesregierung muss explodierende Sozialausgaben finanzieren und Konjunkturpakete stemmen. Zudem belasten die Verstaatlichung vieler Banken und die hohe Nachfrage nach staatlichen Krediten das Budget. Da Steuererhöhungen in einem solchen Szenario kontraproduktiv sind, entscheidet sich die Regierung für eine massive Neuverschuldung, die weit über die derzeitigen Volumina hinausgeht. Das Haushaltsdefizit dürfte sich unter diesen Vorzeichen auf acht Prozent des BIPs mehr als verdoppeln.

Die stark schrumpfende Wirtschaft löst zunächst Deflation aus, lässt also die Preise mächtig purzeln. Politik und Notenbanken aber haben nach kurzer Zeit kaum noch Handlungsspielraum. Die Wirkung der Konjunkturprogramme bleibt schwach. Die Zentralbank rutscht in eine Liquiditätsfalle: Die Banken reagieren nicht mehr auf Zinssenkungen und massive Liquiditätsspritzen, sondern horten ihr Geld, statt es als Kredit an die Realwirtschaft zu geben.

Die Europäische Währungsunion gerät unter massiven Druck. Staaten und Unternehmen können nur über eine Entwertung der Währungen ihre massive Verschuldung los werden. Und dafür ist Inflation die wichtigste Voraussetzung. Die Notenbanken kaufen – wie dieser Tage schon die Fed – Staatspapiere auf, drucken also faktisch Geld.

Erst mit hohen Preissteigerungen (Inflation) verflüchtigen sich die Altschulden, am Ende kippt die Währung, Gläubiger wie Anleger, die Staats- oder Unternehmensanleihen halten, sind dann die Gelackmeierten. Gewinner von Währungsreformen sind eben die, die Schulden haben. Die mittelfristig hohe Inflation setzt den Euro unter Druck und lässt die Europäische Zentralbank massiv an Glaubwürdigkeit verlieren. Einzelne Staaten treten aus der Euro-Zone aus.

Lesen Sie hierzu auch einen Beitrag aus der Wirtschaftswoche – vom 03. Februar 2009, im übrigen Nahe dem Tiefpunkt der damaligen Finanzkrise.

Fazit: 

Wer auf Basis dieses Szenarios der Wirtschaftswoche im Februar 2009 seinen Ausstieg aus den Wertapiermärkten beschlossen hat, hatte anschließend bis Februar 2020 den längst anhaltenden Aufwärtstrend an den internationalen Kapitalmärkten verpasst. Der S&P 500 notierte am 03. Februar 2009 bei 838 Punkten. 

Der Markt (hier S&P 500) bricht in der Spitze um bis zu 50 Prozent ein, also auf 1.700 Punkte – analog der Finanzkrise 2008, korrigiert aber zügig, sobald Corona “medizinisch abgearbeitet”  ist. 

Börse hasst Unsicherheit. Die aktuell größte Gefahr liegt somit darin, dass die Verbreitung und die damit verbundenen Einschränkungen monatelang anhalten. Die Folgeschäden für die Weltwirschaft und der Abwärtstrend an den Börsen sind nun ein Wettlauf gegen die Zeit in Verbindung mit Infektionszahlen, politischen Maßnahmen zum Stillstand der weltweiten Wirtschaft und der möglichen Entwicklung eines Impfstoffes. Hinzu kommen dafür aufgespannte Schutzschirme der Notenbanken und einzelnen Länder zum “Abfangen” dieses temporären Ausnahmezustandes.

Je länger der Stillstand der Wirtschaft anhält, desto größer sind die Auswirkungen auf Volkswirtschaften. Notenbanken und Politik haben sich bereits vor einigen Tagen dazu “committet”, alles in jeglichem Umfang und für unbestimmte Zeit zu tun, um die finanziellen Folgen aufzufangen. Dieses “mündliche Versprechen” könnte jedoch bei sehr lang anhaltenden Störungen des normalen Wirtschaftslebens in Gefahr kommen und schlimmere Folgen nach sich ziehen.

Von diesem Szenario (ähnlich Szenario 1) gehen wir aktuell jedoch nicht aus.

Im wesentlichen haben wir folgende Meinung:

  • Die Weltwirtschaft wird in eine Rezession abrutschen
  • Wie lange die Rezession anhält, hängt im wesentlichen von der “schnellen” Bekämpfung des Virus (Impfstoff, Rückläufige Ansteckungen, Krankenhauskapazitäten) und der damit verbundenen Wiederaufnahme wirtschaftlicher Aktivitäten weltweit ab.
  • Je schneller die Wirtschaft zur “Normalität” zurück kehrt, desto geringer sind die Folgeschäden und desto schneller erholen sich die Kapitalmärkte von diesem externen Schock.
  • Die Börse handelt die Zukunft, nicht die Gegenwart, d.h. wir erwarten ein Vorauslaufen der Kurse ab dem Zenit der “Schreckensmeldungen” wieder nach oben
  • In unserem Szenario gehen wir aktuell von Kurverslusten von bis zu 50 % im S&P 500 aus. Dies bedeutet einen Indexstand von 1.700 Punkten.
  • Alte Höchststände sehen wir so schnell – auch nach Corona – nicht wieder. Die Welt wird danach vermutlich in vielen Bereichen “neu geordnet”.

Fazit: Wir glauben nicht, dass in den nächsten Wochen alles wieder “normal” wird. Die Börse wird uns mit weiter turbulenten Handelstagen begleiten. Es gilt mit Ruhe und mathematischer Logik das aktuelle Depot zu bewerten und dann zu handeln. 

Weder wir noch Sie haben eine Glaskugel. Unsere Meinung spiegelt auch keine konkrete Anlageempfehlung wieder sondern dient lediglich zu einer finanzmathematischen Einschätzung verschiedener Handlungsstrategien für bereits investierte Kunden. Wir empfehlen Ihnen in Bezug auf Ihre persönliche Situation immer das Gespräch mit uns. Schreiben Sie uns hierzu eine Email oder sprechen Sie auf Band unter 0821 450 405 40.

Was können Sie jetzt unternehmen?

Handlungsoptionen für Bestandskunden

Halten wir uns in der Folge an unserem Szenario fest, um Ihnen mögliche Handlungsoptionen aufzuzeigen: Der Markt (hier S&P 500) bricht in der Spitze um bis zu 50 Prozent ein, also auf 1.700 Punkte – analog der Finanzkrise 2008, korrigiert aber zügig, sobald Corona “medizinisch abgearbeitet”  ist.

Wenn Sie 100 % Ihres Geldes bei uns angelegt haben, so sollten Sie sich heute folgende Fragen stellen:

  • Können Sie aktuell noch ruhig schlafen?
  • In welcher Strategie sind Sie derzeit und passt diese zu Ihrer Risikobereitschaft?
  • Wann benötigen Sie Ihr ganzes Geld tatsächlich wieder?
  • Wie viel Liquidität benötigen Sie in den nächsten 12 Monaten tatsächlich aus dem Depot?

Grundsätzlich sind wir kein Fan von Verkäufen – auch in schwierigem Marktumfeld. Denn die Herausforderung besteht dann immer, wieder einzusteigen – und das auch noch günstiger, als man vorher seine Anteile verkauft hat. Bis dato sind die Kunden selbst im Modellportfolio 80 weniger als 20 % von den Höchstständen entfernt. Nicht schön, aber ein Zeichen dafür, dass unsere Strategie hält, was Sie verspricht.

Wenn Sie glauben, es kommt alles viel schlimmer, so melden Sie sich umgehend um Ihre Strategie zu besprechen und an Ihre persönliche Meinung anzupassen.

Fazit: Prüfen Sie Ihren Depotstand, Ihre Strategie und teilen Sie uns mit, ob Sie etwas ändern wollen. Ansonsten gehen wir davon aus, dass Sie Ihrer bisherigen Strategie treu bleiben möchten und es hierzu aktuell keine Änderungen gibt. 

Tritt unser Szenario ein und der S&P 500 verliert in der Spitze bis zu 50 %, so partizipieren Sie an diesem Abschwung ähnlich Ihrer gewählten Aktienquote. D.h. ein Modellportfolio 40 verliert in dieser Phase dann deutlich weniger wie der Markt, partizipiert aber auch bei steigenden Märkten jedoch auch nur deutlich geringer. Nachfolgende Tabelle über die bisherigen Handelstage sollte Ihnen darüber Aufschluss und Orientierung geben.

Datum S&P 500 Depot 100 Depot 80 Depot 60 Depot 40
23.03.2020 (Tief) -33,82 % -27,72 % -24,41 % -21,11 % -17,10 %
24.03.2020 -28,01 % -24,76 % -22,81 % -18,92 % -15,69 %
25.03.2020 -27,07 % -22,11 % -20,31 % -16,88 % -14,79 %
26.03.2020 -23,61 % -21,01 % -19,40 % -16,00 % -14,63 %
27.03.2020 -26,16 % -20,54 % -19,30 % -16,03 % -13,96 %
30.03.2020 -24,07 % -20,11 % -17,07 % -13,55 % -13,49 %
31.03.2020 -24,76 % -19,27 % -16,13 % -12,99 % -13,19 %
01.04.2020 -27,95 % -20,72 % -16,91 % -13,63 % -13,96 %
02.04.2020 -26,10 % -20,95 % -17,39 % -13,91 % -13,74 %
03.04.2020 -26,40 % -20,26 % -17,03 % -13,60 % -13,65 %
06.04.2020 -21,27 % -17,87 % -15,81 % -12,60 % -12,36 %
07.04.2020 -22,08 % -16,24 % -13,99 % -11,25 % -11,85 %
08.04.2020 -19,32% -16,50 % -14,28 % -11,68 % -11,79 %
09.04.2020 -18,12 % -14,90 % -12,94 % -10,59 % -10,82 %
14.04.2020 -17,20 % -13,94 % -11,77 % -9,47 % -9,94 %
15.04.2020 -18,58 % -13,96 % -11,67 % -9,17 % -9,81 %
16.04.2020 -16,00 % -11,33 % -9,70 % -7,43 % -8,65 %
17.04.2020 -13,53 % -9,97 % -8,76 % -6,69 % -8,03 %
20.04.2020 -17,09 % -12,24 % -10,35 % -8,00 % -9,14 %
21.04.2020 -19,46 % -13,29 % -10,92 % -8,47 % -9,97 %
22.04.2020 -17,84% -13,54% -11,48 % -8,84 % -9,85 %
23.04.2020 -17,16 % -12,53 % -10,47 % -8,21 % -9,47 %
24.04.2020 -16,23 % -12,42 % -10,43 % -8,07 % -9,05 %
27.04.2020 -15,40 % -11,67 % -9,77 % -7,57 % -8,57 %
28.04.2020 -16,04 % -11,52 % -9,51 % -7,42 % -8,49 %
29.04.2020 – 13,53 % -10,64 % -8,96 % – 7,08 % -7,86 %
30.04.2020 -14,59 % -10,47 % -8,38 % -6,64 % -7,81 %
04.05.2020 -17,14 % -13,02 % -10,33 % 8,07 % -8,82 %
05.05.2020 -15,62 % -11,47 % -9,22 % -7,23 % -8,36 %
06.05.2020 -15,93 % -11,18 % -8,85 % -6,82 % -8,23 %
07.05.2020 -14,78 % -10,30 % -8,13 % -6,34 % -8,09 %
08.05.2020 -13,82 % -9,94 % -7,58 % -5,94 % -7,71 %
11.05.2020 -13,65 % -9,45 % -7,36 % -5,79 % -7,55 %
12.05.2020 -15,69 % -9,56 % -7,37 % -5,78 % -7,97 %
13.05.2020 -17,27 % -10,31 % -7,87 % -6,19 % -8,36 %
14.05.2020 -15,70 % -11,41 % -8,86 % -6,74 % -8,48 %
15.05.2020 -15,41 % -10,63 % -8,21 % -6,19 % -8,29 %
22.05.2020 -14,31 % -9,41 % -6,16 % -4,75 % -7,31 %
29.05.2020 -12,81 % -8,15 % -5,13 % -4,05 % -6,80 %
05.06.2020          

Grundsätzlich sollte man Aktien dann kaufen, wenn Sie günstig sind. Deshalb erreichten uns in den letzten Tagen vermehrt Anfragen, ob es nicht sinnvoll ist, in eine Strategie mit höherem Aktienanteil zu wechseln – zum Beispiel von einem Modellportfolio 40 in ein Modellportfolio 80. Dies halten wir aktuell noch für zu früh, insbesondere vor dem Hintergrund unseres Szenarios eines temporären Werverlustes im S&P 500 von bis zu 50 %.

Generell sollte man darüber hinaus – egal in welcher Marktphase – seinen Anlageprinzipien treu bleiben. Ein konservativer Kunde sollte nicht zum spekulativen Investor mutieren, ebenso sollte ein spekulativer Anleger vor lauter Angst nicht zum Bausparvertrag zurückkehren. In den meisten Fällen fahren Sie deshalb mit der bis dato gewählten Strategie am besten und vermeiden unnötigen “Stress in Ihrem Depot”.

Fazit: Sollten die Märkte drastisch nach unten gehen und unser Szenario in greifbarer Nähe sein, so kann überlegt werden, die Aktienquote vor dem Hintergrund eines möglichen Turnarounds temporär zu erhöhen. Dies geschieht durch einen Wechsel Ihres Modellportfolios. Hierzu benötigen wir jedoch Ihren schriftlichen Auftrag, wie bei allen anderen Handlungsoptionen auch. 

Sollten Sie aktuell Liquidität besitzen, so bieten sich vermutlich in den kommenden Wochen und Monaten gute Chancen für den günstigen Einstieg in den Wertpapiermarkt bzw. zur Verbilligung Ihrer historischen Kurse. Folgende Tabelle sollte Ihnen Erläuterung geben, wie Sie mit Ihrer Liquidität in den kommenden Wochen umgehen könnte, insofern unser Szenario eintreten würde.

In diesem Beispiel versuchen Sie mit uns, die “schwachen Tage” zu erwischen und teilen Ihren Anlagebetrag in 4 Tranchen zu definierten Punkten auf. Bei dieser Variante kann es dazu kommen, dass bei einer schnellen Trendwende dann Teile der Liquidität nicht investiert werden, da die Szenarien (zb S&P 500 bei 1.700 Punkten) nie erreicht werden und die Börse vorher schon wieder nach oben dreht. Dies lässt sich hier leider nicht vermeiden, ist am Ende jedoch dann auch kein Beinbruch. “On the long run” gilt die Kernaussage, sukzessive und selektiv einzusteigen. Bei großen Summen könnte die “4-Tranchen-Methode” eine Option sein.

Eine andere Alternative wäre,jetzt 25 % Ihre Geldes sofort anlegen und den Rest über monatliche regelmäßige Raten (zum 01. des Monats) bis zum Jahresende zu verteilen.

Datum S&P 500 Prozent Column 4
19.02.2020 (Hoch) 3.400 Punkte
27.03.2020 2.500 Punkte -26 % 25 % der Cash Summe
??.??.???? 2.200 Punkte -35 % 25 % der Cash Summe
??.??.???? 2.000 Punkte -41 % 25 % der Cash Summe
??.??.???? 1.700 Punkte -50 % 25 % der Cash Summe

Je länger Sie Zeit für Ihre Investition mitbringe, umso weniger wird der richtige “Zeitpunkt” relevant. Sicher macht es gut was aus, wenn Sie genau am günstigsten bzw. schlechtesten Börsentag einkaufen und am “höchsten” Börsentag verkaufen. Dies ist jedoch kein realistisches Szenario und für jeden Anleger nahezu unmöglich, da wir leider erst im Nachhinein wissen, wann diese Punkte denn tatsächlich waren! Folgende Grafik seit 1927 verdeutlicht diese Aussage und lässt uns festhalten, dass Korrekturen prinzipiell in die Zukunft betrachtet gute Kaufgelegenheiten darstellen.

An einem konkreten Beispiel eines Kunden mit 100.000 Euro investierter Summe in das Modellportfolio 60 erklären wir Ihnen zum Schluss das Thema “Einstandspreise verbilligen”. Unter der Annahme, der Kunde hat aktuell einen Buchverlust von 20.000 Euro (20 %) vom höchsten Stand, so benötigt der Kunde einen Zuwachs von 25 % auf das noch übrige Kapital von 80.000 Euro um wieder den investierten Betrag zurück zu erhalten. Diese einfache mathematische Betrachtung erläutert, dass der Weg von unten nach oben immer länger ist, als von oben nach unten, da für den Wertzuwachs aus der Schwäche heraus logischerweise weniger Kapital zur Verfügung steht.

Verluste wiegen umso schlimmer, umso weiter es nach unten geht. Ohne zusätzliche Liquidität wird das Erreichen alter Kontostände bei Verlusten ab 30 % zu vielfach zu einem langwierigen Prozess.

Schauen Sie sich folgende Grafik genauer an und leiten Sie anschließend mit uns Ihre Handlungsoptionen ab.

Depotstand Verlust in Euro Verlust in Prozent Nötige Rendite bis Pari
100.000 € 0 € 0 % 0 %
90.000 € 10.000 € 10 % 11,11 %
80.000 € 20.000 € 20 % 25 %
70.000 € 30.000 € 30 % 42,86 %
60.000 € 40.000 € 40 % 66,67 %
50.000 € 50.000 € 50 % 100 %

Sollten Sie aktuell Cash Positionen besitzen, so besprechen Sie mit uns Ihre aktuelle Situation und orientieren Sie sich in Bezug auf die Verbilligung historischer Einstandspreise an unseren vorhergehenden Ausführungen zum Thema “Sie haben Cash?” Jedes Depot ist individuell, da wir zwar Kunden in unterschiedlichen Strategien betreuen, der Einstiegszeitpunkt jedoch meistens abweicht. Ebenso gibt es Kunden mit Sparplänen oder Entnahmeplänen. Es bedarf immer einen persönlichen Betrachtung Ihrer aktuellen Situation um anschließend fundiert und in Ihrem Sinne zu agieren.

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Wir hoffen Ihnen mit unserem Leitfaden für Bestandskunden eine Einordnung zu den aktuellen Geschehnissen geliefert zu haben. Besuchen Sie darüber hinaus gerne unser wöchentliches Update via Webinar unter https://zoom.us/webinar/register/WN_rp2JIYfeSI2TE_obtNQNQg, schreiben Sie uns eine Email an team@fondsfueralle.de oder sprechen Sie auf unser Band unter 0821 450 405 40.

Bleiben Sie vor allen Dingen gesund!

Ihr Martin Eberhard & Robert Ott & Team

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Handlungsoptionen für Bestandskunden

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