Es gibt viele Gründe, sein Geld mit Hilfe eines Firmen-Depots von seinem privaten Vermögen zu trennen.

Selbstständige und Freiberufler müssen auf eine strikte Trennung von Privat- und Firmenvermögen achten. Dies gilt schon allein aus dem Grund, weil die Finanzbehörden bei einer unklaren Trennung in der Regel versuchen, das Vermögen dort zuzuordnen, wo es höher besteuert werden kann.

Erzielt ein Unternehmen mit einem Firmen-Depot Erträge, so sind diese in der Gewinnermittlung zu berücksichtigen. Erträge, die dem Unternehmen zufließen, sind Gegenstand der Bilanz oder der Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Die steuerliche Behandlung folgt hier bei der jeweils für das Unternehmen geltenden Basis. Dies kann in der Praxis nicht nur eine Erhöhung der Einkommenssteuer, sondern gegebenenfalls auch der Gewerbesteuer nach sich ziehen. Ist die Firma zur Zahlung von IHK-Beiträgen verpflichtet, so können sich auch diese Abgaben im Zuge der Eröffnung erhöhen beziehungsweise nach oben angepasst werden.

Wichtig ist daher, dass Sie als Selbstständiger, Freiberufler oder Unternehmer auf verschiedene Dinge bei der Eröffnung eines Depots achten.

Der Weg zu Ihrem Firmen-Depot

Zunächst bedarf es natürlich der Eröffnung eines sog. Firmen-Depots bei unserer Partnerbank FIL Fondsbank (kurz: FFB).

Nachfolgend erklären wir Ihnen die weiteren notwendigen Schritte im Detail.

SCHRITT 1

Zunächst benötigen Sie die sog. Legal Entity Identifier Nummer, kurz: „LEI“.
Diese können Sie beim Bundesanzeiger-Verlag unter www.leireg.de beantragen.
Was die „LEI“ genau ist und für was sie benötigt wird, finden Sie in folgendem kurzen Video sehr anschaulich erklärt:

SCHRITT 2

Je nach Rechtsform Ihres Unternehmens werden folgende Unterlagen benötigt:

Einzelfirma / Freiberufler

  • Gewerbeanmeldung
  • Legitimation des Depotinhabers
  • Helle, lesbare Kopie eines gültigen Ausweisdokuments (Vorder- und Rückseite)

Personengesellschaft (z.B. OHG, KG) und Kapitalgesellschaft (z.B. GmbH)

  • Handelsregisterauszug (nicht älter als 6 Monate)
    • Besonderheit GmbH & Co. KG: Bei dieser Gesellschaftsform sind zur Legitimation zwei Handelsregisterauszüge erforderlich, einmal der Handelsregisterauszug Abteilung B für die GmbH und zusätzlich der Handelsregisterauszug Abteilung A für die KG.
  • Legitimation der vertretungsberechtigten Person/en (Eintrag direkt auf dem Antrag)
  • Helle, lesbare Kopie eines gültigen Ausweisdokuments (Vorder- und Rückseite) des/der Vertretungsberechtigten und wirtschaftlich Berechtigten
  • Unterschriftsprobenblatt (gesondertes FFB Formular), wenn mehr als drei Personen vertretungsberechtigt sein sollen und diese damit nicht auf Seite 1 des Depoteröffnungsantrags eingetragen werden können

GbR

  • Bestätigte Kopie des Gesellschaftervertrages
    (Bestätigung erfolgt durch den Vermittler, die Hausbank oder ein Amt mittels Stempel und Unterschrift)
  • Bestätigte Kopie des Protokolls der letzten Eigentümerversammlung – sofern es sich bei der GbR um eine Wohnungseigentümergesellschaft handelt
  • Legitimation der vertretungsberechtigten Person/en (Eintrag direkt auf dem Antrag)
  • Helle, lesbare Kopie eines gültigen Ausweisdokuments (Vorder- und Rückseite) des/der Vertretungsberechtigten und wirtschaftlich Berechtigten

Eingetragener Verein

  • Kopie des Vereinsregisterauszuges (nicht älter als 6 Monate)
  • Legitimation der vertretungsberechtigten Person/en (Eintrag direkt auf dem Antrag)
  • Helle, lesbare Kopie eines gültigen Ausweisdokuments (Vorder- und Rückseite) des/der Vertretungsberechtigten und wirtschaftlich Berechtigten

Stiftung

  • Bestätigte Kopie der Anerkenntnisurkunde
    (Bestätigung erfolgt durch den Vermittler, die Hausbank oder ein Amt mittels Stempel und Unterschrift)
  • Bestätigte Kopie der Vertretungsberechtigung oder alternativ Protokoll, aus dem die namentliche Nennung der Vertretungsberechtigten Person/en hervorgeht
  • Kopie der Satzung
  • Legitimation der vertretungsberechtigten Person/en (Eintrag direkt auf dem Antrag)
  • Helle, lesbare Kopie eines gültigen Ausweisdokuments (Vorder- und Rückseite) des/der Vertretungsberechtigten und wirtschaftlich Berechtigten

SCHRITT 3

Wenn alle Unterlagen vorhanden sind, können Sie den Depoteröffnungsantrag und alle weiteren Dokumente mit Ihren persönlichen Daten ausfüllen. Die notwendigen, unten genannten Unterlagen lassen wir Ihnen gerne zukommen bzw. sind Ihnen bei der Antragsstellung gerne behilflich.

Besteuerung des Firmen-Depots

Gründer und Unternehmer unterliegen ebenso der Steuerpflicht wie Privatpersonen, doch unterscheiden sich die Art der Besteuerung bzw. die steuerliche Handhabung. Unternehmer haben Kapitalerträge wie Zinsen oder Veräußerungsgewinne aus Spekulationsgeschäften in ihrer Gewinn- und Verlustrechnung auszuweisen. Sie erfahren eine steuerliche Behandlung als Unternehmenserträge. Damit sind diese Einnahmen steuerlich den Verkaufserlösen gleichgestellt. Grundsätzlich ist die Abgeltungssteuer als Quellensteuer in Höhe von 25 Prozent abzuführen. Hinzu kommen Gewerbesteuer und gegebenenfalls der IHK-Beitrag auf Grundlage der Gewinn- und Verlustrechnung.

Handelt es sich sich um einen Verlust beim Handel mit Finanzprodukten, so haben Unternehmen die Möglichkeit, den Betrag in das nächste Jahr fortzuschreiben. Entsteht auf der einen Seite ein Verlust durch den Aktienhandel und auf der anderen ein Gewinn, so werden Gewinn und Verlust gegeneinander aufgerechnet. Jedoch ist es nicht möglich, Erträge aus festverzinslichen Produkten mit Verlusten aus Aktien-Veräußerungsgeschäften zu verrechnen.

Die Besteuerung des Depots unterscheidet sich in Abhängigkeit davon, ob es sich um Kapitalgesellschaften oder Einzelunternehmen handelt. Im Hinblick auf die Veräußerungs-Gewinne aus dem Aktien-Verkauf bleiben bei Kapitalgesellschaften wie GmbH oder AG 95 Prozent steuerfrei. Handelt es sich um Personengesellschaften oder Einzelunternehmen, finden 60 Prozent steuerliche Berücksichtigung. Die Regelung gilt auch für indirekte Aktien-Investments, beispielsweise im Zusammenhang mit aktienbasierten Fonds.

Die Frage nach dem Freistellungsauftrag

Grundsätzlich ist Unternehmen keine Möglichkeit für einen Freistellungsauftrag für Kapitalerträge gegeben. Im Falle einer Zinszahlung oder anderer Kapitalerträge kommt es zum automatischen Einbehalt der Steuer auf Kapitalerträge. Zuzüglich ist der Solidaritätszuschlag zu entrichten. In der Gewinnermittlung sind diese beiden Posten entsprechend zu verbuchen. Sie sind nicht als Betriebsausgaben absetzbar. Es handelt sich steuerrechtlich um eine Vorauszahlung auf die Einkommenssteuer.

Im Falle eines persönlichen Steuersatzes des Unternehmers von weniger als 25 Prozent ist es möglich, die überzählig gezahlte Steuer nach Ende des Steuerjahres erstatten zu lassen. Im Falle einer AG oder GmbH kommt es zur Berechnung eines Steuersatzes von 15 Prozent plus Solidaritätszuschlag.

Gewinne aus dem Firmen-Depot sind steuerrechtlich Gewinnen aus dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen gleichgestellt. Entsprechend erhöhen sie den Gesamtgewinn und müssen in die Berechnung der Gewerbesteuer mit einfließen.

Ist ein Unternehmer IHK-Mitglied, so sind Depotgewinne auch eine Komponente in der Berechnung der Mitgliedschaftsbeiträge. Ebenso erhöht sich mit Kapitalerträgen die Berechnungsgrundlage für den gesetzlichen Krankenversicherungsbeitrag.