Dass die Deutschen ein Volk von Aktienmuffeln sind, ist inzwischen bekannt. Das Deutsche Aktieninstitut veröffentlicht jedes Jahr Daten, die das belegen. So gab es 2018 rund zehn Millionen Bundesbürger, die Aktien direkt oder über Fonds besaßen.Trotz Nullzinsen halten die meisten Bürger Ihre Ersparnisse auf Lebens- & Rentenversicherungen, dem guten alten Bausparvertrag oder dem Festgeld und Tagesgeld zusammen.

Vom Bausparer zum Daytrader und wieder zurück

Zahlreiche Medien, selbsternannte Experten auf Facebook-Foren oder einschlägige Finanzseiten suggerieren täglich den schnellen Reichtum mit einzelnen Aktien. Nach jahrelangem, manchmal sogar jahrzehntelangem Zögern und Zaudern ist der Bausparfreak dann irgendwann weichgekocht und kauft seine ersten Aktien.

Er achtet neben den Headlines der Boulevardpresse auf sein Bauchgefühl und beschäftigt sich ab sofort mit den Märkten. Am Anfang geht meistens alles recht gut und einfach. Von seinem Gesamtvermögen von rund 100.000 Euro kauft sich der Kunde Tesla-Aktien für 5.000 Euro. Bereits nach einer Woche hat er einen Kursgewinn von 1.000 in den Büchern. Er liest über die berauschende Entwicklung von Apple und kauft auch diese Aktie für 5.000 Euro. Bereits nach wenigen Tagen ist er auch hier um 500 Euro reicher.

Am 22.08.2020 war auf n-tv zu lesen  “Kleinanleger wagen sich wieder an die Börse”. Die gleichen Schlagzeilen gab es bereits 1996, als die Deutsche Telekom Ihren fulminanten Börsengang feierte und 1,9 Millionen Kleinanleger dem Mainstream gefolgt sind. Viele Menschen kaufen zum ersten Mal überhaupt eine Aktie, manche rückblickend vermutlich zum letzten Mal.

Wer die Telekom-Aktie beim ersten Börsengang für 14,57 Euro (jene 28,50 DM) gezeichnet hat, hat seinen Einsatz mehr als versiebenfacht. Und kann sich über einen satten Gewinn freuen – wenn er denn an diesem Tag verkauft. Doch das tut kaum jemand. Im Gegenteil. Anleger werden mutiger, ja fast übermütig und stecken ohne mit der Wimper zu zucken einen Großteil Ihres Ersparten in den Aktienmarkt.

Die Internetblase platzt, im Mai 2000 ist der Höhenflug der Volksaktie vorbei.  Viele Sparer haben zehntausende Euro, manche Hunderttausend und mehr verloren. Der Ausflug in die Aktienwelt ist vorbei – für die meisten Telekom-Aktionäre leider bis heute!

Heute ist alles & nichts anders

Seit dem Telekom-Desaster sind nun 24 Jahre vergangen. Eine neue Generation von Anlegern ist entstanden. Die jungen “Wilden” kaufen Ihre Aktien nicht mehr am Banktresen sondern in sekundenschnelle über das Internet bei Discount-Brokern. Hier ein paar Tesla, da ein paar Apple, dort ein Musterdepot eines Influencers bei youtube.  Die ersten Erfahrungen sind die gleichen wie bei der Telekom. Die Börse wird erneut zum Marktplatz für das schnelle Geld.

Die Letzten beißen die Hunde

Die Tesla Aktie steigt von 42,67 Euro am 10.09.2019 in einem Jahr um mehr als 890 Prozent und erreicht am 31.08.2020 einen Kurs von 417,85 Euro. Am 08. September – also gerade 8 Tage später notiert das Papier noch bei 280,55 Euro und verliert innerhalb einer Woche ein Drittel seines Wertes. Anleger, welche die Aktie in der letzten Woche gekauft haben sind mittlerweile mit 30 Prozent im Minus. Im Internet wird die nächste Kaufgelegenheit für die Aktie nach dem “Crash” ausgerufen und das nächste Geld fliest in Aktien. Nein, nicht in einen Fonds oder breit gestreuten ETF, sondern in die “günstige” Tesla, die immer noch 560 Prozent Zuwachs nach 12 Monaten verbucht.

Vielleicht wird Tesla wieder zu alten Höchstkursen zurückfinden, vielleicht war das aber auch eine der größten Spekulationen der jüngsten Geschichte am Aktienmarkt. Eins ist jedoch sicher – am Anlageverhalten der Deutschen hat sich in den letzten 24 Jahren nichts geändert.

Investieren und nicht spekulieren

Sicher ist es verlockend, sein Geld in wenigen Tagen zu verdoppeln. Weniger erfreulich ist es hingegen, in einer Woche ein Drittel des Geldes zu verlieren. Leider starten immer noch die meisten Anleger genau auf diesem Wege ihren Ausflug in den Aktienmarkt. Das Ende dieser Erfahrung ist in unzähligen Beispielen meiner 30 jährigen Berufserfahrung ziemlich sicher: “Bloß keine Aktien mehr!”

Bei der Geldanlage gelten seit jeher unumstößliche Spielregeln. Lege nicht alle Eier in einen Korb, streue Dein Geld breit, behalte dir ausreichend Liquidität, definiere deine Sparziele, lass dich von einem Experten beraten…

Doch was sind all die gut gemeinten Ratschläge gegen die ersten 50 Prozent Wertzuwachs mit einer Tesla oder Wirecard-Aktie. Anlageberater sind zu teuer, ETF´s wären gerade noch eine Alternative, aber Fonds? Stinklangweilig und dann auch noch mit internen Kosten belegt, die meine Rendite als Kunde schmälern.

Alles hat sein für und wieder – am Ende haben wir mit unseren Empfehlungen aber meistens Recht behalten. Am Ende geht es nicht um Recht haben sondern um Ihr hart erarbeitetes und erspartes Geld. Gier und Angst sind schlechte Ratgeber bei Ihren Anlageentscheidungen und einzelne Aktien waren in den seltensten Fällen der Sechser im Lotto. Halten Sie inne und gehen Sie rational und strategisch vor ohne überstürzt emotionale Entscheidungen zu treffen.

Hören Sie auf zu improvisieren!

Lesen Sie mehr über die ersten Schritte an der Börse und vermeiden Sie unnötige Anfängerfehler unter https://www.fondsfueralle.de/sie-sind-neukunde/

Einen guten Start in den Tag wünscht Ihnen

Martin Eberhard

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