Was ist passiert?

Nach dem Eingeständnis von Wirecard, dass bislang offiziell ausgewiesene Bankguthaben über gut 1,9 Milliarden Euro “mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht bestehen”, bricht die Aktie dramatisch ein. Vorstandschef Braun verkauft seine eigenen Aktien, tritt zurück und wird anschließend festgenommen. Die Aktie verliert innerhalb einer Woche 88,48 Prozent und notiert heute bei 11,30 Euro. Im Hoch war die Aktie bei 199,05 Euro. Trotzdem bleibt das Unternehmen wohl bis September im Dax gelistet.

Was sind die Folgen für Aktionäre?

Wenn ein Wertpapier 88,48 Prozent an Wert verloren hat, so muss das Papier in der Folge 809 Prozent zulegen, um ohne Folgeinvestition wieder am Einstandspreis zu sein. Bei der aktuell unsicheren Faktenlage bleibt abzuwarten, wie und ob sich das Unternehmen jemals von diesem Bilanzskandal erholen wird oder nicht noch Schlimmeres droht. Deshalb ist bei einer möglichen Verbilligung der Einstandspreise mit höchster Vorsicht zu agieren, da auch ein Totalverlust droht und das Unternehmen abgewickelt werden könnte. Das Vertrauen in die Firma ist zutiefst erschüttert. Klagen zahlreicher Anleger werden sicher nicht lange auf sich warten lassen.

Was sind die Folgen für ETF-Besitzer?

Die Wirecard-Aktie befindet sich aktuell noch im Dax und dies mindestens noch bis September. Besitzen Sie einen ETF auf den Dax, so haben Sie bis zu dieser Zeit auch indirekten Anteil an der Entwicklung dieses Wertpapiers. Gleiches gilt für Titel wie die Lufthansa, ebenfalls ein in diesem Fall von Corona gebeuteltes Unternehmen, welches in den letzten drei Monaten mehr als 30 Prozent an Wert verloren hat. Bei einem ETF auf den DAX haben Sie – wie der Name schon sagt, eben Partizipation an den Unternehmen, die sich auch in diesem Index wiederfinden. Ohne wenn und aber und ohne aktives Management.

Was sind die Folgen für einen Fonds-Besitzer?

Ein Fondsmanager kann unabhängig von Einzeltiteln oder dem Dax selbst entscheiden, welche Aktie er kauft, wann er dies tut und wann er sich davon wieder verabschiedet. Bei einem Mischfonds, wie beispielsweise im ACATIS GANÉ VALUE EVENT FONDS C (ISIN DE000A1T73W9), welcher sich unter anderem in unseren Modellportfolios 60 und 80 befindet, erwirtschaften Sie zwar nicht die Renditen einer nächsten Amazon, müssen aber auch nicht mit den Verlusten der Wirecard leben. Darüber hinaus handelt es sich beim angegebenen Produkt nicht um einen Aktienfonds, sondern um einen Mischfonds, welcher Aktien kaufen kann, aber dies auch nicht muß, wenn der Fondsmanager nicht die richtige Zeit dafür gekommen sieht. Übrigens, der benannte Fonds liegt seit 01.1.2020 mit 3 Prozent im Plus. Der durchschnittliche Ertrag lag in den letzten 5 Jahren bei 6,33 Prozent.

Fazit:

Allein regulatorisch dürfen wir Ihnen keine Einzeltitel empfehlen, dies liegt uns darüber hinaus fern. Kostentechnisch sind ETF´s sicher eine gute Alternative für den langfristigen Investor, jedoch dann auch mit einer breiten Streuung in verschiedene Regionen und ggfs. Branchen. Wir sind für unsere Kunden seit Jahren Verfechter einer aktiven Fondsauswahl. Das kostet am Ende des Tages den Verbraucher dann sicher den ein oder anderen Euro mehr, doch blieben unsere Kunden vor solchen Nachrichten eines drohenden Totalverlustes stets verschont.

Wenn Sie also selbständig spekulieren wollen, kaufen Sie Aktien. Wenn Sie glauben, der Markt alleine kann es besser als ein Manager, so kaufen Sie ETF´s und wenn Sie langfristig professionell investieren möchten, so kaufen Sie mehrere aktive Fonds, die sich gegenseitig gut ergänzen.

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Über Acatis

Die ACATIS Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH ist eine unabhängige Fondsboutique, deren Kernkompetenz das Value Investing nach Benjamin Graham und Warren Buffett ist. Das Unternehmen wurde 1994 in Frankfurt am Main gegründet. Seit 2007 ist ACATIS mit einer Zweigstelle in der Schweiz vertreten.

ACATIS betreut heute mehrere Investmentfonds, darunter Aktien-, Misch- und Rentenfonds sowie Mandate. Vier Fonds verfolgen zudem den Aspekt der Nachhaltigkeit. Der Flagschiff-Fonds ACATIS Aktien Global Fonds wurde bereits 1997 aufgelegt.

Der ACATIS-Ansatz ist ruhig und überlegt. Die Selektion der Wertpapiere erfolgt anhand einer Fundamentalanalyse. Unsere IT-Tochter ACATIS Research GmbH in Bochum unterstützt uns mit maßgeschneiderten, internetbasierten Analysemodulen. Es werden gezielt Unternehmen ermittelt, deren Firmenwert als stabil und aussichtsreich eingeschätzt wird, die jedoch zu Kursen deutlich unterhalb ihres Firmenwertes gehandelt werden. Ziel ist es, langfristig die Rendite einer passiven oder trendorientierten Anlagepolitik zu schlagen. Unsere Portfolios sind konzentriert und weisen eine lange Haltedauer auf.

Seit einigen Jahren befasst sich ACATIS auch mit Künstlicher Intelligenz (KI) und ihrer Anwendung im Portfoliomanagement. In 2016 erfolgte die erste praktische Anwendung von KI bei ACATIS. In 2017 und 2018 legte ACATIS zwei weitere ACATIS-Aktienfonds sowie ein externes Mandat auf, dessen Aktienauswahl und Portfoliozusammensetzung durch Künstliche Intelligenz erfolgen.

ACATIS ist inhabergeführt und verwaltet ein Vermögen von rund 7,3 Mrd. Euro (Stand 31. Dezember 2019).

Rechtlicher Hinweis

Keine Anlage ist ohne Risiko. Der Wert eines Investments kann während der Laufzeit einer Vielzahl von Marktrisiken, wie dem Zinsrisiko, dem Kursrisiko, dem Schwankungsrisiko, dem Währungsrisiko, dem Bonitätsrisiko anderer Marktteilnehmer usw. unterliegen.

Aufgrund ungünstiger Entwicklungen dieser Faktoren kann das eingesetzte Kapital zuzüglich der entstandenen Kosten vollständig verloren sein. Bei der Investition in Investmentfonds ist das Totalverlustrisiko durch die breite Streuung sehr unwahrscheinlich. Selbst wenn einzelne Wertpapiere einen Totalverlust erleiden sollten, ist ein Gesamtverlust durch die breite Diversifikation unwahrscheinlich.

Ein Investmentfonds ist ein Sondervermögen, das nach dem Grundsatz der Risikostreuung in verschiedenen Einzelanlagen (z.B.in Aktien, Anleihen, wertpapierähnlichen Anlagen oder Immobilien) investiert ist. Ein Depotinhaber kann mit dem Kauf von Investmentanteilen an der Wertentwicklung sowie den Erträgen des Fondsvermögens teilhaben und trägt anteilig das volle Risiko der durch den Anteilschein repräsentierten Anlagen.

Bei Investmentfonds, die auch in auf fremde Währung lautende Wertpapiere investieren bzw. in Fremdwährung geführt werden, muss berücksichtigt werden, dass sich neben der normalen Kursentwicklung auch die Währungsentwicklung negativ im Anteilspreis niederschlagen kann und Länderrisiken auftreten können, auch wenn die Wertpapiere, in die der Investmentfonds investiert, an einer deutschen Börse gehandelt werden. Durch die Aufwertung des Euro (Abwertung der Auslandswährung) verlieren die ausländischen Vermögenspositionen – am Maßstab des Euro betrachtet – an Wert.

Zum Kursrisiko ausländischer Wertpapiere kommt damit das Währungsrisiko hinzu. Die Währungsentwicklung kann einen Gewinn aufzehren und die erzielte Rendite so stark beeinträchtigen, dass eine Anlage in Euro oder in Vermögenspositionen der Eurozone unter Umständen vorteilhafter gewesen wäre.

Die Angaben über die bisherige Wertentwicklung stellen keine Prognose für die Zukunft dar. Zukünftige Ergebnisse der Investmentanlage sind insbesondere von den Entwicklungen der Kapitalmärkte abhängig. Die Kurse an der Börse können steigen und fallen. Investmentfonds unterliegen dem Risiko sinkender Anteilspreise, da sich Kursrückgänge der im Fonds enthaltenen Wertpapiere im Anteilspreis widerspiegeln