Bevor Sie Geld anlegen, sollten Sie sich nicht nur mit Ihrem Finanzplan, sondern auch mit der Funktionsweise der Kapitalmärkte und damit verschiedener Anlageklassen beschäftigen.  Wer wirtschaftliche Zusammenhänge versteht, kann kritische Fragen stellen, Plausibilitäten überprüfen und sich bewusst um seine finanzielle Situation kümmern – heute und für die Zukunft. Dazu müssen Sie kein Experte sein. Grundwissen zum Thema Wirtschaft, Finanzen und Geldanlage kann allen Menschen helfen, ihr Leben selbstbestimmt und unabhängiger zu gestalten und teure Anlagefehler zu vermeiden. Wir helfen Ihnen gerne dabei.

Wie funktioniert die Weltwirtschaft?

In jeder Marktwirtschaft gibt es Teilnehmer, die etwas anbieten (Anbieter / Unternehmen), und andere, die dies wollen (Nachfrager / private Haushalte). Anbieter wollen Waren oder ihre Arbeitsleistung zu möglichst hohen Preisen verkaufen, um Gewinn zu erzielen. Da alle Anbieter dies wollen, konkurrieren sie miteinander, sodass Wettbewerb entsteht. Nachfrager wollen möglichst günstig einkaufen und suchen das beste Angebot. Gleichen sich Angebot und Nachfrage aus, kommt es zum Tausch von Waren und Geld. Der Staat schafft für alle Akteure die Infrastruktur einer Volkswirtschaft.  Aufgabe der Notenbanken ist die Ausgabe von Banknoten und die Verwaltung von Währungsreserven. Das größte Ziel der Notenbanken ist dabei die Erhaltung des Geldwertes und der Preisstabilität als Grundlage einer funktionierenden Wirtschaft.

Social Media Header 5

12 Fehler bei der Geldanlage

6. Oktober 2022 @ 19:00 - 19:30

Menschen gehen zur Arbeit, verdienen damit Geld und geben es wieder aus. Dadurch erhält der Wirtschaftskreislauf seine grundlegende Struktur.

Jeder Haushalt kann dabei für sich planen, wie viel Geld vom eigenen Budget für den Konsum ausgegeben werden soll und welcher Anteil für das Sparen verwendet wird. Sparen ist dabei als Konsumverzicht definiert. Haushalte sind also wirtschaftliche Einheiten, deren Bedeutung im Wirtschaftskreislauf deutlich wird. Hier sind sie neben dem Staat, den Unternehmen, dem Ausland und den Geldinstitutionen einer der wichtigsten Wirtschaftssektoren. Private Haushalte bilden dabei den Gegenpol zu den Unternehmen.

Im Unterschied zu Unternehmen konsumieren die privaten Haushalte fast ausschließlich, während die Unternehmen überwiegend produzieren.

Unternehmen produzieren oder erbringen Dienstleistungen, um die Bedürfnisse anderer zu befriedigen und damit selbst Gewinn zu erzielen.  Das Geld für Investitionen erhalten Unternehmen entweder durch Fremdkapital (Kredite) oder durch Eigenkapital (Ausgabe von Aktien).

Unternehmen liefern also Konsumgüter an die Haushalte. Zwischen Haushalten und Unternehmen fließen somit zwei Güterströme (Produktionsfaktoren, Konsumgüter) und jeweils gegenläufig zwei Geldströme (Einkommen, Ausgaben für Konsumgüter).

Somit ist der Wirtschaftskreislauf durch Unternehmen und Haushalte an sich geschlossen.

Grundsätzlich obliegt es dem Staat zunächst, die Rahmenbedingungen für das wirtschaftliche Handeln der einzelnen Marktakteure (Haushalte und Unternehmen) festzulegen. Gute Beispiele sind hierbei:

  • Sicherung von Rechten auf privates Eigentum
  • Gewährleistung der Vertragsfreiheit und Haftung
  • Schaffung einer guten Infrastruktur sowie Finanzierung von Bildung und Grundlagenforschung
  • Festlegung der Freiheitsrechte
  • Erhaltung des Wettbewerbs

Darüber hinaus wird dem Staat allerdings auch eine soziale Verantwortung zuerkannt. Er soll also im Rahmen der sozialen Marktwirtschaft für folgende Aspekte sorgen:

  • Festlegung sozialer Mindeststandards
  • Umverteilung über das Steuer- und Sozialversicherungssystem
  • Beseitigung zu starker Ungerechtigkeiten durch das Marktgeschehen

Grundsätzlich soll die Notenbank die Wirtschaft mit Geld versorgen. Sie gibt neue Banknoten aus. Zugleich steuert sie die Menge des sich im Umlauf befindenden Geldes und kann so Einfluss auf die Preissteigerungsrate (Inflation) nehmen. Sie trägt also in hohem Maße zur Wertstabilität einer Währung bei. Die europäische Zentralbank (EZB) ist dabei für den Euroraum zuständig und steuert die Geldmenge vor allem über die Leitzinsen.

Geld dient in erster Linie als Tausch- oder Zahlungsmittel. Ware gegen Ware in einem Wirtschaftskreislauf zu tauschen ist umständlich. Ohne Geld wären lange Tauschketten nötig, bis jeder das bekommt, was er braucht, z. B.: Eier in Papier, Papier in Brot, Brot in eine Wasserflasche.

Geld erfüllt drei Funktionen: Die Tauschmittelfunktion, die Funktion als Recheneinheit und die Funktion als Wertspeicher.

Als Wertspeicher muss Geld über längere Zeit seinen Wert behalten. So kann man es aufbewahren und zu einem späteren Zeitpunkt für einen Einkauf nutzen. Um als Wertspeicher zu dienen, muss Geld haltbar und wertbeständig sein. Die Besitzer von Geld müssen darauf vertrauen, dass sie sich für ihr Geld zu einem späteren Zeitpunkt noch genau so viel kaufen können wie heute. Die Kaufkraft des Geldes muss also erhalten bleiben

Den Wert des Geldes schützen die Notenbanken. Früher versuchte man, die Kaufkraft des Geldes durch das Material wie z.B. Gold oder Silber zu erhalten. Heute haben Münzen und Banknoten kaum noch einen Materialwert. Buchgeld und digitales Geld sind sogar nur elektronische Datensätze. Daher müssen die Menschen heutzutage darauf vertrauen können, dass ihr Geld seinen Wert behält. 

Mit Hilfe von Krediten lassen sich privater Konsum und Staatsausgaben finanzieren oder auch ein Unternehmen gründen. Der jeweilige Kreditnehmer (Haushalt, Staat, Unternehmen) leiht sich dazu das Geld von einer Bank und verspricht im Gegenzug, das Geld in Zukunft plus Zinsen zurückzuzahlen. Kredite erlauben es einer Gesellschaft mehr zu konsumieren als zu produzieren.

Darauf folgt jedoch auch eine Phase, in der die Gesellschaft weniger konsumieren kann als sie produziert, um die Schulden zurückzuzahlen. Daraus ergeben sich zwei Schuldenzyklen, die die Wirtschaft maßgeblich beeinflussen: der kurzfristige und der langfristige Schuldenzyklus.

Der kurzfristige Schuldenzyklus wiederholt sich über Jahrzehnte immer wieder, wobei jeder Zyklus mehr Wachstum und auch mehr Schulden hervorbringt, als der vorangegangene. Das liegt vor allem an der Neigung der Gesellschaft, sich mehr Geld zu leihen, als sie zurückzahlen können. Sie geben das Geld aus, anstatt die Schulden zu tilgen. Dadurch steigen langfristig die Schuldenstände stärker als die Einkommen, was den langfristigen Schuldenzyklus erzeugt.

Der Zinseszinseffekt verstärkte die Verschuldung.

Aktien haben zwei Aufgaben. Sie verhelfen Unternehmen zu Kapital und decken deren Finanzierungsbedarf. Und sie sind Anlage- und Spekulationsobjekt für Anleger, die ihr Geld gewinnbringend investieren wollen.

Aktien sind verbriefte Eigentumsanteile an Unternehmen. Wer eine Aktie kauft, wird also Miteigentümer des Unternehmens. Dazu gehören auch dessen Sachwerte wie Fabriken, Maschinen, Produktionshallen oder Immobilien. Seit es Aufzeichnungen über die wirtschaftlichen Tätigkeiten der Menschen gibt, wächst die Weltwirtschaft. Wenn die Wirtschaft floriert und wächst, bedeutet das für die Unternehmen höhere Gewinne. Diese wiederum führen zu steigenden Aktienkursen. Denn je besser ein Unternehmen wirtschaftlich dasteht, desto höher sein Wert, ergo der Aktienkurs. Kommt es zu einem Wachstumseinbruch (Rezession), so leiden darunter Unternehmen und die Aktienkurse.

Kreislauf