Was beschäftigt die Märkte, wie behaupten sich unsere Anlagestrategien im aktuellen Umfeld und was sollten Sie rund um das Thema Geldanlage sonst noch wissen? Bleiben Sie auf dem Laufenden mit unserem Newsletter und Monatsupdate.

2022 vs. 2023

Wie anspruchsvoll es war, im Jahr 2022 auf das richtige Pferd oder die richtige Anlageklasse zu setzen, zeigt beigefügte Grafik nochmals anschaulich. Ähnlich wie schon im Jahr 2018 folgt auf ein schlechtes Jahr für Anleger meist ein gutes. So auch in 2023. Dabei stellt man fest, dass meistens die Anlageklassen (Technologieaktien) und Titel am stärksten aufholen, welche im Vorjahr auch am meisten gefallen sind. Umgekehrt fallen die Anlagen meistens, die im Vorjahr zu den Gewinnern zählten (Rohstoffe). Kaum eine Grafik belegt eindrucksvoller, dass es sie nicht gibt – „die perfekte Geldanlage“.

Wichtiger ist es vielmehr, eine klare Strategie zu verfolgen und diese dann auch in widrigen Zeiten durchzuhalten. Dies zeigt die kumulative und durchschnittliche jährliche Performance der einzelnen Anlageklassen, die sich in jeder unserer vier Strategien – natürlich in unterschiedlicher Gewichtung – wiederfinden.

Asset Class Total Returns

Die Gier der Anleger ist zurück

Angst und Gier

Verfolgt man den Angst & Gier Index (Fear & Greed), so waren Anleger in den letzten 12 Monaten selten gieriger nach Aktien, als heute. Bekannterweise spielen bei der Entwicklung einzelner Aktien bzw. der Märkte nicht nur fundamentale Daten eine Rolle, sondern auch der psychologische Moment.

Wie allgemein erwartet, erhöhte die amerikanische Notenbank Ende Juli zum elften Mal die Leitzinsen auf 5,25-5,50 %, der höchsten Rate seit Januar 2001. Auch wenn sich Notenbank-Chef Jerome Powell weitere Zinserhöhungen offen lässt, gehen doch einige Marktteilnehmer davon aus, dass der Zinsgipfel nun bald erreicht sein wird. Bestärkt werden die Optimisten durch zahlreiche frische Daten, die auf eine niedrigere Inflation hinweisen.

S&P 500 Since March 2022

Bemerkenswert ist, dass der S&P 500 mittlerweile um 5 % höher notiert, als zu Beginn der Zinserhöhungen in den USA. Ebenfalls hat die Nervosität der Marktteilnehmer deutlich abgenommen. Wir befinden uns auf dem niedrigsten Level beim Volatilitätsindex (VIX) seit Januar 2020.

Auch in der amerikanischen Wirtschaft lief es im zweiten Quartal 2023 überraschend gut. Das reale BIP stieg im Jahresvergleich um 2,6 % und lag deutlich über den Erwartungen. Weitere Stabilität liefern aktuell zahlreiche positive Unternehmensergebnisse in den USA.

War der Aufschwung am Aktienmarkt weitestgehend der Entwicklung der Technologieaktien geschuldet, so schließen sich im Juli auch die bis dato zurückgebliebenen Nebenwerte und Value-Titel dem Aufwärtstrend an. Die Hausse am Aktienmarkt bekommt mehr Breite und Stabilität.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich in Europa ab. Trotz einer weiteren Zinserhöhung durch die EZB verbuchte der DAX ein neues Allzeithoch.

NASDAQ 100

Anleihen vor Comeback

Market Expectation

Für Inhaber festverzinslicher Wertpapiere war in 2023 bis dato noch nicht viel zu holen. Viele Anleger sitzen noch auf den Buchverlusten des Horrorjahres 2022 und Neuinvestoren wurden aktuell noch nicht für Ihren Einstieg bei Anleihen belohnt. Der US-Anleihemarkt befindet sich nun seit 36 Monaten im Abwärtstrend. Das gab es bis dato noch nie in der Geschichte. Der Abwärtstrend wird dann gebrochen, sobald die Zinsen wieder fallen. Wann das passieren wird, kann jedoch niemand verbindlich vorhersagen und hängt primär von der weiteren Entwicklung der Inflation ab.

Bloomberg US Aggregate Bond

Börsenaltmeister André Kostolany sagte, bei der Geldanlage benötigt man Geld, Gedanken und Geduld. Sicher war es kein Fehler, die historische Korrektur bei Anleihen in 2022 für einen Einstieg zu nutzen. Die Geduld der Anleger wird zahlt sich aus, sobald die Zinskurve Ihren Höchststand erreicht haben sollte.

Auf den derzeitigen Niveaus lohnt es sich durchaus, auch weiterhin in Anleihen zu investieren. Verglichen zu Engagements am Aktienmarkt befinden wir uns hier noch auf einem sehr günstigen Niveau. Die „Wette“ ist hier noch nicht gelaufen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich die zweistelligen Kursverluste aus dem Jahr 2022 wieder in Luft auflösen. Wer zwei bis drei Jahre Geduld mitbringt, der sollte mit Anleihen mehr Spaß haben als mit Festgeldern und weniger Risiko als mit Aktien.

Die nächste Grafik zeigt eindrucksvoll das Blutbad bei Anleihen aus dem Jahr 2022. Von den zweistelligen Verlusten des Vorjahres konnten Anleihen bis dato nur wenig Boden gut machen. Wie schon erwähnt: eher eine Frage der Zeit als Spekulation! Sobald die Zinsen Ihr oberes Ende erreicht haben und nach unten drehen, winken sicherheitsorientieren Anlegern ordentliche Erträge.

Bloomberg US Aggregate Intra Year
Bloomberg US Aggregate Year to Date

Festgeld ja, aber bitte nur als Parkplatz

Festgeld Konditionen

Wer weder Aktien noch Anleihen kaufen möchte, der kann sein Geld zumindest in ein Festgeld investieren. Bei unserer Partnerbank FFB Fil Fondsbank GmbH erhalten Anleger derzeit 3,55 % pro Jahr bei einem Festgeld auf 12 Monate. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass jeder Investor in 12 Monaten vor der erneuten Entscheidung stehen wird, was er dann mit dem auslaufenden Festgeld macht? Wer sein Kapital längerfristig nicht benötigt, der sollte Anleihen dem Festgeld vorziehen. Fallen die Zinsen voraussichtlich ab Ende des Jahres, so fallen auch die Zinsen für neue Festgeldangebote. Investoren in Anleihen profitieren dann von Kursgewinnen, wie bereits beschrieben. Wir sehen das Festgeld nur als Zwischenlösung für völlig unschlüssige Anleger, zumal nach Abzug der Inflation real ein Festgeld nicht dazu in der Lage ist, Ihre Kaufkraft zu erhalten. Vergleichen Sie an dieser Stelle gerne das Festgeldangebot Ihrer Hausbank mit unserer Offerte oder buchen Sie einen Termin, um mit uns über Anleihen zu diskutieren!

Ein Wort zu Einzelaktien

The Inverse of 2022

Was brauche ich schon einen Fonds, ETF oder auch noch einen Anlageberater, wenn ich doch einzelne Aktien besitze? Verwunderlich ist es nicht, dass ich genau diese Aussage in den letzten Tagen immer häufiger höre. 220 % Plus mit Nvidia, 165 % mit Meta. Verschwiegen wird dabei, dass eine Vielzahl der erfolgreichsten Titel in 2023 zu den größten Verlierern in 2022 zählten. Wer beispielsweise zum 01.01.2022 bereits Amazon Aktien gekauft hatte, musste in 2022 50 % Verlust verkraften. Zwar hat die Aktie 2023 59 % aufgeholt, für den Einstand fehlt dem Anleger aber immer noch ein Wertzuwachs von 20 %.

Warum ist das so? Wer mit einem Titel 50 % verliert, der benötigt 100 % Wertzuwachs, um den Verlust wieder auszugleichen. Von unten ist der „prozentuale Weg“ immer länger als von oben, da nach Verlusten logischerweise nur noch die Hälfte des Kapitals zur Verfügung steht.

Sicher gibt es Aktionäre mit einem glücklichen Händchen und einem gut diversifizierten Portfolio. Die Vielzahl der mir begegneten Investoren in den letzten zwanzig Jahren verfügt jedoch weder über das eine, noch über das andere.

Eins ist klar, ohne Aktien geht es nicht. Wer investiert, sollte jedoch – wie bei allen anderen Anlageformen – die Grundlagen beherrschen und wissen, was er tut.

ETFs oder aktive Fonds schlagen in der Regel über längere Zeiträume jedes private Depot, auch wenn es für den Moment bei Ihnen anders aussehen kann.

Marktkapitalisierung und Erkenntnis

Total Market Cap

Die Marktkapitalisierung beschreibt den Wert der im Umlauf befindlichen Vermögenswerte und Anlageklassen. In festverzinslichen Wertpapieren befinden sich derzeit rund 133 Billionen Euro. Damit sind Anleihen die größte Anlageklasse weltweit, gefolgt von Aktien mit einer Marktkapitalisierung von 108 Billionen Euro.

Der Wert aller amerikanischen Immobilien zum Beispiel beträgt 45 Billionen Euro, alle Goldreserven weltweit notieren aktuell bei 13 Billionen Euro.

Ein Blick auf die Masse zeigt, dass das meiste Geld weltweit in Aktien und in Anleihen liegt und auch investiert wird. Daran wird sich vermutlich auch in Zukunft nicht viel verändern. Mit einem 60 / 40 Portfolio sind Sie auch für die Zukunft gut aufgestellt und folgen gelassen der Entwicklung der Märkte. Vertrauen Sie dem Prozess und geben Sie Ihren Anlagen die Zeit, die sie benötigen. Haben Sie keine Angst vor Schwankungen und nutzen Sie die nach wie vor günstigen Gelegenheiten, insbesondere bei Anleihen.

60/40

Unsere Strategien

Investmentvergleich August
2023
AUSGEWOGEN
RENDITE
WACHSTUM
CHANCE
ALLWETTER
JAN
+ 1,09 %
+ 3,32 %
+ 4,99 %
+ 5,51 %
+ 3,60 %
FEB
– 1,20 %
– 1,06 %
– 0,68 %
– 0,69 %
– 0,33 %
MÄR
– 0,41 %
+ 0,42 %
+ 0,88  %
– 0,70 %
+ 0,94 %
APR
– 0,17 %
+ 0,25 %
+ 0,08 %
– 0,21 %
– 0,16 %
MAI
– 0,37 %
+ 1,27 %
+ 2,50 %
+ 2,71 %
+ 1,32 %
JUNI
– 0,80 %
+ 1,91 %
+ 3,55 %
+ 4,52 %
+ 1,34 %
JULI
+ 0,89 %
+ 1,77 %
+ 2,10 %
+ 2,92 %
+ 2,25 %
August
– 0,11 %
– 0,43 %
– 0,37 %
– 1,57 %
– 0,29 %
SEIT 01.01.23
+ 0,45 %
+ 7,81 %
+ 13,12 %
+ 12,38 %
+ 7,90 %
* Stand: 01.09.2023

Unsere beiden dynamischen Strategien „Wachstum“ und „Chance“ setzen Ihren positiven Trend auch im Juli fort. So liegen wir nun bei beiden Strategien mit knapp 14 % höher als seit Jahresbeginn. In der Strategie „Rendite“ verbuchen wir zum 30.07.2023 einen Zuwachs von 8,21 % seit Jahresbeginn.

Anleger in der Strategie „Ausgewogen“ warten aufgrund der hohen Anleihequote unterdessen noch auf positive Renditen.

Wir bleiben vor dem Hintergrund der breiten Streuung in allen vier Strategien bei einem positiven Szenario für das Restjahr und sehen insbesondere bei den Strategien „Wachstum“ und „Chance“ weiteres Potenzial. Die defensiveren Strategien „Ausgewogen“ und „Rendite“ sollten stärker profitieren, sobald die Notenbank das Ende der Zinserhöhungen einläuten.

In allen vier Strategien gibt es zum 30.07.2023 keine Veränderungen.

Unser Ausblick

Wir bleiben für das Restjahr 2023 optimistisch und sehen ein stabiles Fundament für weitere Kurssteigerungen bei Aktien. Festgelder sind nur eine kurzfristige Alternative. Wir würden heute bereits statt in Festgelder in Anleihen investieren, um für die Zeit nach Erreichen des Zinsgipfels gut positioniert zu sein.

Wir empfehlen aktuell eine Investitionsquote von bis zu 75 %  des vorhandenen Vermögens, primär in unsere Anlagestrategie Rendite und Wachstum. Bereits investierte Kunden sollten noch vorhandene Liquidität über die nächsten 12 Monate insbesondere in günstig bewertete Anleihemärkte zuzahlen oder das bestehende Portfolio ratierlich besparen.

Ich freue mich über Ihr Feedback und den persönlichen Austausch.

Schöne Ferien!

Ihr Martin Eberhard

Newsletter

Der positive Trend am Aktienmarkt setzt sich mit einem starken Juli fort. Am Rentenmarkt lassen die Renditen noch auf sich warten, doch das obere Ende der Zinskurve scheint in Reichweite. Der Aufschwung bei Aktien gewinnt an Breite und die Stimmung an den Märkten ist gut.

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