Verwahrentgelt bei Girokonten, Tagesgelder, Festgelder und Sparbücher

Der Dezember 2020 markiert einen Höhepunkt, oder vielmehr Tiefpunkt in der Geschichte des Guthabenzinses. Für diesen Monat gab nämlich die Bundesbank erstmalig bekannt, dass Privatkunden in Deutschland einen Zinssatz unter null auf ihre Guthaben bekamen, beziehungsweise zahlten.

Der Wert bezieht sich auf Termineinlagen mit Laufzeiten unter einem Jahr. Er ist damit der vorläufige Tiefpunkt eines langen Niedergangs.

Laut aktuellem Monatsbericht der Deutschen Bundesbank verzeichnen 64 % aller meldepflichtigen Kreditinstitute in Deutschland im Dezember 2020 einen negativen  Durchschnittszinssatz auf Sichteinlagen von Unternehmen. Der Anteil der Banken, die Kundeneinlagen negativ verzinsen, nahm im ersten Quartal 2021 weiter zu. Mittlerweile verlangen die ersten Großbanken sogar Negativzinsen auf  das Sparbuch. (Bericht in der SZ vom 25. April 2021)

Der Freibetrag für die Abbuchung von Verwahrentgelten ist dabei von Bank zu Bank unterschiedlich. Unsere Partnerbank FFB verlangt Verwahrentgelte für Einlagen auf Abwicklungskonten bei allen Beträgen über 100.000 Euro.  Bei der Kreissparkasse Augsburg  gilt zum Beispiel  ein Freibetrag bei Tagesgeld- und Girokonten von 25.000 Euro, für Sparbücher 50.000 Euro je Kunde. Bei der Stadtsparkasse beträgt das Verwahrentgelt ebenfalls 0,5 % p.a. bei einem Freibetrag von aktuell 75.000 Euro.

Geldvermögen der privaten Haushalte nähert sich der 7 Billionen € Marke

Mehr als ein Drittel ihres Geldvermögens halten die privaten Haushalte ohne Erträge in Bargeld und Sichteinlagen. Das sind mittlerweile fast 2 Billionen Euro – ausgeschrieben 2 000 000 000 000 Euro!

Trotz minimaler Zinsen von oft 0,01 Prozent und weniger scheint sogar das Sparbuch so beliebt wie nie. Laut Statistik der Deutscher Bundesbank haben sich die Guthaben auf Sparbüchern binnen zehn Jahren um das Zweieinhalbfache erhöht. 2011 lagen gut 102 Milliarden Euro auf klassischen Sparbüchern, im Februar 2021 waren es bereits 258 Milliarden. Allein die Sparkassen zählten vergangenes Jahr mehr als 33 Millionen Sparkonten.

Im Geschäftsbericht 2020 der Kreissparkasse Augsburg heißt es:

“Die Gesamteinlagen betrugen 3.033 Millionen Euro und stiegen damit im Vergleich zum Vorjahr um rund 149 Millionen Euro bzw. 5,2 Prozent. Der Großteil der Einlagen stammt mit 2.462 Millionen Euro (Vorjahr: 2.331 Millionen Euro, also plus 131 Millionen Euro) von Privatpersonen. Diese ziehen insbesondere onlinefähige Geldmarkt- oder Girokonten einer Anlage in Wertpapieren oder Fonds vor – und das trotz historisch niedriger Zinsen.”

Trotz der Corona-Krise sind die Menschen in Deutschland in Summe so reich wie noch nie, berichtete die Bundesbank zum 16.04.2021.  Zum Ende des Jahres 2020 belief sich das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland auf 6 950 Mrd € und war damit 211 Mrd € oder 3,1 % höher als im dritten Quartal. Mittel flossen im vierten Quartal mit 74 Mrd € erneut vor allem in Bargeld und Einlagen, gefolgt von Ansprüchen gegenüber Versicherungen (21 Mrd €) und Anteilen an Investmentfonds (14 Mrd €).

Auch die Anzahl der Aktionäre steigt

Mittlerweile ist die Rekordjagd an den internationalen und nationalen Börsen auch bei einer breiteren Öffentlichkeit angekommen. Denn die eigentlich als eher börsenscheu geltenden Sparer investierten laut Bundesbank zunehmend in Aktien oder Fonds. “Die privaten Haushalte blieben im vierten Quartal auf dem Kapitalmarkt sehr aktiv.”

Im Zeitraum Oktober bis Ende Dezember 2020 kauften private Haushalte unter dem Strich Aktien und Investmentfondsanteile im Umfang von insgesamt 21 Milliarden Euro.

Nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts (DAI) ist die Zahl der Aktionäre in Deutschland 2020 auf den höchsten Stand seit fast 20 Jahren geklettert. 12,35 Millionen Menschen besaßen demnach Anteilsscheine von Unternehmen oder Aktienfonds – knapp 2,7 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Höher war die Zahl zuletzt im Jahr 2001 mit fast 12,9 Millionen.

Gleichwohl machen Aktien und Fonds weiterhin nur einen kleinen Teil des gesamten Geldvermögens der Privathaushalte aus: Ende des vergangenen Jahres lagen den Bundesbank-Zahlen zufolge knapp 805 Milliarden Euro in Aktien und sonstigen Anteilsrechten. Bei Investmentfonds waren es rund 735 Milliarden Euro.

Verwahrentgelt bei der FFB 

Der Freibetrag für die Belastung eines Verwahrentgelts von Bankguthaben (wie im FFB Preis- und Leistungsverzeichnis erwähnt) ist aktuell auf 100.000 EUR festgesetzt. Belastet wird nur der 100.000 EUR übersteigende Betrag. Dazu gewähren wir unseren Kunden eine entgeltfreie Haltedauer von 10 Tagen. Das bedeutet, für alle Guthaben über 100.000 EUR werden ab dem 11. Tag 0,50 % p.a. fällig. Die Abrechnung und Zahlung des Verwahrentgelts erfolgt zum jeweiligen Quartalsende im Rahmen des Rechnungsabschlusses.

So umgehen Sie das Verwahrentgelt

  • Prüfen Sie als erstes, wie Sie Ihr Geld verteilt haben und welche Freibeträge für die Berechnung von Verwahrentgelten gelten?
  • Prüfen Sie mit unserer Checkliste, welches Geld Sie tatsächlich kurzfristig benötigen und was Sie mit Ihrem restlichen Kapital machen könnten.
  • Teilen Sie Ihr Geld ggfs. auf mehrere Konten oder Banken auf.
  • Nutzen Sie alternative Möglichkeiten der Geldanlage und informieren Sie sich bei uns über Geldmarktfonds, Mischfonds, Rentenfonds oder Aktienfonds.
  • Berücksichtigen Sie neben dem Verwahrentgelt auch die Einlagensicherung und wandeln Sie Ihr Geld mit uns in Sondervermögen um.

Wir beraten Sie gerne unverbindlich und kostenfrei zu verschiedenen Anlagemöglichkeiten für Ihre Liquidität. Mit einem Anlagespektrum von über 13.000 Investmentfonds und ETFs finden sich nicht nur sichere, sondern auch ertragreiche Alternativen für Ihr Kapital. Schauen Sie sich hierzu gerne unsere Modellportfolios an, investieren Sie ratierlich oder einmalig und starten Sie bereits ab 1.000 Euro.

Einzelne Geldmarktfonds oder fondsfueralle – Modellportfolio?

Bevor Sie sich mit Aktienfonds, Mischfonds oder Rentenfonds beschäftigen sollten Sie als aller erstes sogenannte Geldmarktfonds als Alternative für Ihr Festgeld oder Tagesgeld überprüfen. Bei einem Geldmarktfonds investieren Sie mit anderen Fondsanlegern in einen gemeinsamen “Topf”.

Mit einem Geldmarktfonds investieren Sie ausschließlich in Positionen des Geldmarkts, die eine unbestimmte Laufzeit oder eine Restlaufzeit von höchstens 12 Monaten haben. Sie enthalten Einlage-Zertifikate, verbriefte Termineinlagen bei Kreditinstituten wie Festgeld, Schuldscheindarlehen von Banken oder Unternehmen, Anleihen und Anteile an anderen Geldmarktfonds.

Geldmarktfonds gehören zu den sichersten Fonds am Markt und verfügen über ein sehr geringes Risiko. Sie sind meist gut diversifiziert und der Zinsmarkt unterliegt nicht so starken Schwankungen.

Wichtig ist, dass Geldmarktfonds wie Fonds im Allgemeinen nicht der Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro unterliegen. Geldanlagen in Investmentfonds sind jedoch Sondervermögen – und das in unbegrenzter Höhe.  Als Sondervermögen wird das investierte Vermögen eines offenen Investmentfonds bezeichnet. Es wird getrennt vom Vermögen der Investmentgesellschaft verwaltet und ist daher im Insolvenzfall vor dem Gläubigerzugriff geschützt. Das gilt für alle Arten offener Fonds.

Mit dem Erwerb des Investmentfonds ist Ihr Geld in unbegrenzter Höhe Sondervermögen und somit vor Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt. Sie erhalten zwar keine garantierten Zinsen im Voraus, müssen im Gegenzug jedoch auch kein Verwahrentgelt bezahlen. Der Ertrag Ihrer Anlage hängt im wesentlichen vom Geschick des Fondsmanagers ab und der Entwicklung der kurzfristigen Zinsen bei Anlagen bis zu einem Jahr Restlaufzeit.

Für den Gesamtertrag spielen auch interne Kosten des Fonds eine Rolle und eventuelle Ausgabeaufschläge. Als langfristiges Anlagevehikel ist ein Geldmarktfonds bei aktuellem Zinsniveau nicht unbedingt geeignet, für das Parken kurzfristiger Liquidität in Form von Sondervermögen jedoch durchaus ein probates Mittel.

Fondsvermögen ist nicht nur Sondervermögen, sondern auch sehr breit gestreut. Wie zum Beispiel der Fondsmanager in konkretem Beispiel Ihre Einzahlung in Festgelder oder Unternehmens- und Staatsanleihen aufteilt, entnehmen Sie dem Factsheet und dem Auszug aus dem Jahresbericht des Fonds.

Eine breitere Streuung und höhere Sicherheit ist damit mit kaum einer anderen Anlageklasse zu erzielen.

Wenn Sie sich nicht nur auf einen Geldmarktfonds und dessen Fondsmanager verlassen möchten, so liefert unsere Expertise und unser “Modellportfolio 20” eine interessante Alternative.

Sehen Sie in unserer beispielhaften Depotanalyse die unterschiedlichen Entwicklungen eines Geldmarktfonds, unseres Modellportfolios 20 und des Deutschen Aktienindex (DAX) vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2020 und melden Sie sich für ein unverbindliches Gespräch bei uns.

Nichtstun ist keine Alternative

fondsfueralle wurde im März 2003 gegründet. Mittlerweile betreut das in Augsburg ansässige Unternehmen mehr als 650 Mandate mit einem Anlagevolumen von über 53 Millionen Euro. Der Inhaber Martin Eberhard wurde im März 2021 unter die Top 3 Fondsexperten in Deutschland gewählt und erhielt die Auszeichnung mit dem Black Bull Award. Die Empfehlungsquote des Unternehmens unter Kunden beträgt 100 Prozent.

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Rechtlicher Hinweis

Keine Anlage ist ohne Risiko. Der Wert eines Investments kann während der Laufzeit einer Vielzahl von Marktrisiken, wie dem Zinsrisiko, dem Kursrisiko, dem Schwankungsrisiko, dem Währungsrisiko, dem Bonitätsrisiko anderer Marktteilnehmer usw. unterliegen.

Aufgrund ungünstiger Entwicklungen dieser Faktoren kann das eingesetzte Kapital zuzüglich der entstandenen Kosten vollständig verloren sein. Bei der Investition in Investmentfonds ist das Totalverlustrisiko durch die breite Streuung sehr unwahrscheinlich. Selbst wenn einzelne Wertpapiere einen Totalverlust erleiden sollten, ist ein Gesamtverlust durch die breite Diversifikation unwahrscheinlich.

Ein Investmentfonds ist ein Sondervermögen, das nach dem Grundsatz der Risikostreuung in verschiedenen Einzelanlagen (z.B.in Aktien, Anleihen, wertpapierähnlichen Anlagen oder Immobilien) investiert ist. Ein Depotinhaber kann mit dem Kauf von Investmentanteilen an der Wertentwicklung sowie den Erträgen des Fondsvermögens teilhaben und trägt anteilig das volle Risiko der durch den Anteilschein repräsentierten Anlagen.

Bei Investmentfonds, die auch in auf fremde Währung lautende Wertpapiere investieren bzw. in Fremdwährung geführt werden, muss berücksichtigt werden, dass sich neben der normalen Kursentwicklung auch die Währungsentwicklung negativ im Anteilspreis niederschlagen kann und Länderrisiken auftreten können, auch wenn die Wertpapiere, in die der Investmentfonds investiert, an einer deutschen Börse gehandelt werden. Durch die Aufwertung des Euro (Abwertung der Auslandswährung) verlieren die ausländischen Vermögenspositionen – am Maßstab des Euro betrachtet – an Wert.

Zum Kursrisiko ausländischer Wertpapiere kommt damit das Währungsrisiko hinzu. Die Währungsentwicklung kann einen Gewinn aufzehren und die erzielte Rendite so stark beeinträchtigen, dass eine Anlage in Euro oder in Vermögenspositionen der Eurozone unter Umständen vorteilhafter gewesen wäre.

Die Angaben über die bisherige Wertentwicklung stellen keine Prognose für die Zukunft dar. Zukünftige Ergebnisse der Investmentanlage sind insbesondere von den Entwicklungen der Kapitalmärkte abhängig. Die Kurse an der Börse können steigen und fallen. Investmentfonds unterliegen dem Risiko sinkender Anteilspreise, da sich Kursrückgänge der im Fonds enthaltenen Wertpapiere im Anteilspreis widerspiegeln